Altenpflegers

Der Beruf des Altenpflegers

Ratgeber zum Beruf des Altenpflegers

Was ist ein Altenpfleger?

Ein Altenpfleger oder eine Altenpflegerin sind Menschen, die sich um Senioren kümmern. Sie helfen alten Menschen, die ihren Alltag nicht mehr allein meistern können, weil sie krank sind oder einige Aufgaben nicht mehr schaffen, zum Beispiel das An- und Ausziehen.

Früher, als die Großeltern noch mit ihren Kindern und Enkeln in einem Haushalt lebten, haben diese Aufgaben die Familienangehörigen übernommen. Doch heute ziehen die Menschen der Arbeit hinterher oder möchten einfach nicht mehr dort wohnen, wo sie aufgewachsen sind. Viele Rentner sind daher allein und brauchen Hilfe. Dafür gibt es die Altenpfleger.

Warum sollte man Altenpfleger werden?

Viele Berufe erfordern zunächst eine grundlegende Entscheidung, wo und wie man leben möchte: Ein Bauer kann nicht in der Großstadt wohnen, ein Universitätsprofessor nicht auf dem Dorf, wo es keine Arbeitsmöglichkeiten gibt. Ein Altenpfleger muss sich nicht gleich entscheiden: Ob Stadt oder Land, Kleinstadt oder Metropole: Altenpfleger und Altenpflegerinnen werden überall gebraucht.

Und im Augenblick sowie auch künftig werden sie händeringend gesucht, da es durch die gute Medizin und die niedrigeren Geburtenraten immer mehr alte Menschen gibt. Als Altenpfleger einmal arbeitslos zu werden ist so gut wie unmöglich. Und sollte es aufgrund welcher Umstände auch immer einmal eintreten, reicht ein Klick in den Suchmaschienen des Internets und es öffnen sich 30 und mehr Stellenangebote, die sich mit ihren Zusatzleistungen wie Kindergartenzuschüssen, Gutscheinangeboten und Feiertagszuschlägen gegenseitig überbieten.

Auch in der Auswahl der Art des Arbeitsplatzes bietet die Altenpflege im Gegensatz zu anderen Berufen mehrere Möglichkeiten: Ist jemand gern unterwegs, kann er in der mobilen Altenpflege tätig sein. Dort bekommt er ein Auto und besucht die Menschen in ihrem Zuhause. Ein anderer fährt vielleicht nicht gern und hat lieber einen Arbeitsplatz, zu dem er jeden Tag hingeht. Derjenige kann in den vielen Einrichtungen zur Pflege alter Menschen arbeiten, nicht nur Alten- und Pflegeheime, auch Rehabilitationszentren beschäftigen Altenpfleger, ebenso wie Krankenhäuser mit einer geriatrischen oder gerontopsychiatrischen Station.

Neben all diesen Aspekten, die Sicherheit und Freiheit in der Entscheidung versprechen, gibt es natürlich auch ideelle Gründe, in die Altenpflege einzusteigen. Menschen zu helfen ihren Alltag zu verschönern, sie mit anderen Menschen zusammen zu bringen und Freude zu stiften macht selbst froh und zufrieden. Das gute Gefühl, einer sinnvollen und helfenden Tätigkeit nachzugehen strahlt auch in andere Bereiche des Lebens wie die Familie und die Freunde über.

Welche Aufgaben hat ein Altenpfleger?

Es gibt fünf wichtige Aufgaben in der Altenpflege: Die grundlegende Versorgung, die medizinische Betreuung, die Hilfe bei sozialen Alltagsaufgaben, die Beratung der Angehörigen und einige Schreibtischarbeiten.

Zur grundlegenden Versorgung gehören das Essen und Trinken, Waschen und Anziehen. Kleinigkeiten wie das Frisieren oder eine kleine Mode- und Schmuckberatung bringen Freude in den Alltag des zu pflegenden Menschen und erfordern nichts weiter als ein wenig Freundlichkeit.

Für die medizinische Betreuung dagegen braucht es Genauigkeit und Ordnung, hier darf nichts durcheinandergeraten. Dazu gehören das richtige Verabreichen der Medikamente, in Krankheitsfällen das Blutdruck- und Fiebermessen, bei Verletzungen das Anlegen und Kontrollieren von Verbänden und die Hilfe beim Umgang mit einem Rollstuhl, wenn einer benötigt wird. Das Aufschreiben und Beobachten von Auffälligkeiten in der Reaktion auf die Medikamente, wenn etwa dem Senioren von einer Tablette übel wird oder er etwas nicht verträgt, gehören ebenfalls dazu.

Unter den sozialen Alltagsaufgaben versteht man die Hilfe bei der Erhaltung von Freundschaften und Hobbies. Stellt man zum Beispiel fest, dass der Senior oder die Seniorin gern singt oder Musik macht, schaut der Altenpfleger, ob es vielleicht eine Singegruppe oder andere regelmäßige musikalische Veranstaltungen im Haus oder bei der ambulanten Pflege in der näheren Umgebung gibt und motiviert ihn dort hinzugehen. Gibt es keine Angebote, kann der Altenpfleger so etwas auch selbst organisieren. Wichtig ist es, die alten Menschen in Kontakt miteinander zu bringen und ihren Tag mit kleinen Aufgaben, Terminen und Aktivitäten zu füllen.

Die vierte Aufgabe, die Beratung der Familie, erfordert vor allem ein gutes Erklärungsvermögen und auch ein wenig Geduld. Oft verstehen Angehörige die Krankheiten ihrer Lieben nicht, möchten sie manchmal auch nicht wahrhaben oder sind einfach überfordert mit dem Altwerden und dem näher rückenden Tod des geliebten Menschen. Der Altenpfleger hilft hier, indem er die Medikamente und die Pflegemaßnahmen erläutert, aber auch zeigt, wie bei Unternehmungen und Zusammentreffen mit der zunehmenden Gebrechlichkeit umgegangen werden kann, was bei der Planung etwa von Geburtstagen berücksichtigt werden sollte und wie man trotz des Alters schöne Nachmittage miteinander verbringen kann.

Die letzte Aufgabe erfolgt am Schreibtisch: Ein Altenpfleger muss die Einnahme der Medikamente notieren und beobachten, ob es Schwierigkeiten dabei gibt. Diese müssen mit einem Arzt besprochen und behandelt werden. Auch kümmert sich ein Altenpfleger um die Abrechnung seiner eigenen Arbeit, besonders, wenn er in der ambulanten Pflege tätig ist. Und schließlich übernimmt ein Altenpfleger auch die Vorbereitung des Erbes, indem er etwa die persönlichen Dokumente wie den Personalausweis, den Mietvertrag oder Versicherungen verwaltet oder geäußerte Wünsche für die Beerdigung in die Wege leitet.

Arbeitszeiten und Gehalt

Das Einstiegsgehalt für AltenpflegerInnen liegt bei 2600 Euro brutto. Durch die Teilnahme an Weiterbildungen und den Erwerb zusätzlicher Fähigkeiten kann der Lohn bis zu 3300 Euro brutto erhöht werden.

In der Pflege gibt es verschiedene Modelle für die Arbeitszeiten: In Heimen und Kliniken gilt das Schichtsystem, bestehend aus Früh-, Spät und Nachtschicht, da die Patienten ja rund um die Uhr betreut werden müssen. Dabei arbeitet aber niemand in allen drei Schichten: Die eine Gruppe wechselt sich mit den Früh- und Spätschichten ab, während die andere Gruppe nur Nachtschichten übernimmt.

Da in den Einrichtungen auch am Wochenende immer Altenpfleger da sein müssen, arbeitet man hier meistens zehn bis 14 Tage hintereinander und hat dann zwei bis vier Tage frei, um sich zu erholen.

In der ambulanten Pflege gibt es meistens keine Nachtschichten, da die Senioren nachts entweder von ihrer Familie betreut werden oder noch so selbstständig sind, dass eine nächtliche Betreuung nicht notwendig ist.

Daneben gibt es auch Angebote für Teilzeitbeschäftigungen, die von 20-Stunden-Wochen zu Minijobs reichen, die nur zwei Stunden morgens und/oder abends zu den Stoßzeiten zur Arbeit kommen.

Solche Arbeitszeiten sind besonders für Familien mit kleinen Kindern attraktiv, da in der Familienplanung die Schließzeiten von Kitas und Schulen berücksichtigt werden müssen.

Eine neue Möglichkeit zur Einteilung der Arbeitszeit ist das sogenannte Modell 7/7, das momentan in einigen Einrichtungen ausprobiert wird: Hier gibt es nur noch zwei Schichten, eine Tagesschicht und eine Nachtschicht, die jeweils 10 Stunden Arbeit und zwei Stunden Pause umfassen, also eine Anwesenheit von 12 Stunden erfordern. Die jeweilige Schicht wird sieben Tage hintereinander ausgeführt, dann erhält der Altenpfleger sieben freie Tage zur Erholung. Diese Variante ist natürlich für Familien nicht sehr praktikabel, aber für kinderlose Haushalte etwas angenehmer als die alte Version im Drei-Schichten-System, in der man bis zu zwei Wochen ohne freien Tag auskommen muss.

Fazit

Bei all seinen Aufgaben versucht ein Altenpfleger, stets die Würde des ihm anvertrauten Menschen zu wahren. Respekt und Höflichkeit, aber auch die Akzeptanz und Förderung der Selbstständigkeit sind sehr wichtig. Zu erhalten, was ein alter Mensch noch allein schafft oder manchmal sogar nach längerer Krankheit wieder erlernen kann erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Freundliches Zureden und unterstützendes Eingreifennur, wenn es nötig ist, sorgen für Vertrauen und gegenseitige Achtung. Dabei braucht es viel Einfühlungsvermögen, manchmal auch etwas Beharrlichkeit, und Nachsicht.

Doch alles in allem ist der Beruf des Altenpflegers eine erfüllende und schöne Tätigkeit.