Krankenpflegerin mit Herz

Der Beruf des Krankenpfleger’s

Der Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers/der Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wenn von dem Beruf des Krankenpflegers/der Krankenpflegerin gesprochen wird, betrifft das die Pflegefachkräfte, die vor 2004 ihre Ausbildung beendet hatten. Sie können zwar ihre Berufsbezeichnung weiter führen, doch ab 2004 gilt für diesen Berufszweig regulär die Bezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin/-pfleger. Ab dem 01. Januar 2020 erfolgt eine weitere Änderung des Fachbegriffes in Pflegefachmann beziehungsweise Pflegefachfrau. In allen Fällen der neuen Namensgebung dürfen die betreffenden Fachkräfte ihre durch Abschlussprüfung erworbene Berufsbezeichnung beibehalten. Sie können allerdings auch die jeweils aktuelle per Krankenpflegegesetz (KrPflG) in Kraft getretene Fachbezeichnung wählen.

Wer sich für die Krankenpflege entscheidet, entscheidet sich für einen zukunftsorientierten, vielseitigen und ausgesprochen wichtigen Beruf und bringt im Optimalfall folgende Kompetenzen mit:

  • 1. Verantwortungsbewusstsein
  • 2. Teamfähigkeit
  • 3. Soziale Intelligenz
  • 4. Schnelle Auffassungsgabe
  • 5. Sorgfalt und strukturierte Arbeitsweise
  • 6. Interesse an pflegerischen und medizinischen Aufgabenbereichen
  • 7. Ein gewisses Maß an körperlicher Kraft
  • 8. Hohe Resilienz (psychische Widerstandskraft)
  • 9. Die Fähigkeit Blut, egal welcher Anblick sich einem dabei bietet, sehen zu können und beherzt zu helfen.

Wie sieht der Arbeitsalltag im Krankenhaus des Krankenpflegers aus?

Der Aufgabenbereich ist vielfältig und verlangt ein hohes Maß an Flexibilität. Egal, um was es sich handelt, ob routinemäßige oder situationsabhängig kurzfristig übertragene Aufgaben, alle müssen zeitnah und korrekt ausgeführt werden.

Betreuung und Versorgung der kranken und/oder pflegebedürftigen Menschen

Nach der beim morgendlichen Dienstantritt regelmäßig erfolgenden Pflegebesprechung (Übergabe durch den Nachtdienst) werden für die an diesem Tag neuen Patienten die Betten und Patientenakten vorbereitet und wenn nötig, die Medikamente gestellt.

Meist noch vor dem Frühstück findet die Visite statt, an der Stationsärzte, der Oberarzt und das Pflegepersonal teilnehmen. Die anwesenden Pflegekräfte notieren die Verordnungen der diensthabenden Ärzte, dokumentieren diese in der Patientenakte und koordinieren die entsprechenden Therapiemaßnahmen. Die Dokumentation der Patientendaten ist ein extrem verantwortungsvoller Bereich, denn hier kann Unachtsamkeit zu schwerwiegenden Fehlern mit entsprechenden Folgen führen.

Nach der Visite beginnt meist das Austeilen des Frühstücks. Spätestens mit dem Frühstück erhalten die Patienten ihre vorher im Schwesternzimmer bereitgestellten Medikamente. Manche Patienten können nicht selbstständig essen und sind auf die Hilfe der Pflegekraft angewiesen.

Pflegerische und angeordnete Tätigkeiten zeitnah ausführen

Nach dem Frühstück beginnen die verschiedenen Behandlungstermine der Patienten. Diese Termine resultieren in den meisten Fällen aus den ärztlichen Anordnungen, die von den Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pflegern im Zeittakt durchgeplant sein müssen, damit alle Aufgaben im Zeitrahmen erledigt werden können. Hierzu gehören unter anderem das Messen von Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, das Wechseln der Verbände, das Setzen von Spritzen und das Bereitstellen und Legen von Infusionen. Um einen Dekubitus (Wundliegegeschwür) zu vermeiden, müssen bei den betroffenen Patienten die entsprechenden Hautbereiche besonders gepflegt und die Patienten in gewissen Abständen umgelagert werden. Während der pflegerischen Maßnahmen sind die Stimmungen der Patienten gut wahrnehmbar. Aktives Zuhören ist gefragt, wenn sie Schmerzen, Wünsche oder Beschwerden äußern, wie beispielsweise der Hinweis schlecht zu schlafen oder wenn sie sich über zeitweise auftretende Atemnot beklagen. Eine gute Pflegekraft nimmt diese Hinweise ernst, deutet sie richtig und kümmert sich wenn nötig darum.

Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger sind zuständig für das Organisieren von Maßnahmen der nicht ärztlichen Therapeuten wie Massagen, und Krankengymnastik. Sie begleiten ihre Patienten zu vorgeschriebenen Untersuchungen, dies betrifft beispielsweise Termine für CT (Computertomografie), MRT (Magnetresonanztomografie) und EEG (Elektroenzephalografie), warten dort bis zum Ende der Untersuchung oder holen sie hinterher wieder ab.

Vorbereitung des Patienten auf den Operationstermin und Assistenz bei der Operation

Patienten, die operiert werden sollen, bleiben nüchtern. Es darf auf keinen Fall etwas gegessen werden. Neben anderen Vorbereitungen zur Operation erfolgt zeitnah die Bereitstellung der OP-Kleidung und Hilfe beim Anziehen sowie die Verabreichung von einem Beruhigungsmittel und das Legen einer Kanüle (meist Plastikkanüle). Auch während der Operation sind Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger anwesend. Sie assistieren dem operierenden Arzt, indem sie ihm zum Beispiel die sterilen Operationsinstrumente anreichen.

Ab 12 Uhr – Mittagessen

Einige Patienten müssen wieder gefüttert werden. Zudem kann die Mittagszeit gespickt sein mit An- und Nachfragen Einzelner und auch mit Reklamationen zum Essen.

Obwohl das Pflegepersonal bis dahin schon alle Hände voll zu tun hatte, sollte es weiterhin freundlich und hilfsbereit reagieren. Dazu gehören starke Nerven.

Nach dem Mittagessen

Nach dem Mittagessen finden die während der Visite angeordneten und noch zu erledigenden Untersuchungen statt.

Ansprechpartner für die Angehörigen

Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger sind erste Ansprechpartner für die Angehörigen ihrer Patienten. Gerade nachmittags werden sie vermehrt um Auskunft und Hilfestellung gebeten. Dabei kann es sich um Maßnahmen handeln, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus anstehen, wie zum Beispiel Heilbehandlungen und Kuren oder um Hilfestellung bei der Suche eines geeigneten Pflegeheims und den damit verbundenen Schritten. Es kann allerdings auch nur Wünsche und Beschwerden betreffen. Solche Gespräche kosten nicht nur die Gesprächszeit, sondern oftmals viel Zeit in der Nachbearbeitung.

Übergabe an den Spätdienst

Bei so vielen Aufgaben vergeht die Zeit wie im Flug. Schon ist nach 14:00 Uhr und es erfolgt die Übergabe. Hierbei werden dem Spätdienst die wichtigsten Informationen zu den Patienten mitgeteilt. Neben den Terminen der noch zu erledigenden Untersuchungen bei den Fachabteilungen sind die Spätdienst-Mitarbeiter häufig für das Prüfen und Nachbestellen von Pflegematerial und Arzneimitteln zuständig. Und sie sind ebenfalls Ansprechpartner für die Angehörigen der Patienten.

Das Abendessen und weitere Aufgaben

Das Abendessen wird gegen 18:00 Uhr ausgeteilt. Die Gesundheits-und Krankenpflegerinnen/-pfleger helfen wieder beim Austeilen, unterstützen beim Essen und hinterher bei der Körperpflege für die Nacht. Sie kümmern sich um die Vorbereitungen von OP-Terminen des nächsten Tages und verabreichen die abendlichen Medikamente. Für manche Untersuchungen müssen am Vorabend Kontrastmitteln eingenommen werden, wie zum Beispiel bei der Darmuntersuchung. Damit die Patienten nicht schummeln, müssen die Pflegekräfte genauer auf die Einnahme achten.

Übergabe an den Nachtdienst

So gegen 22:30 Uhr beginnen die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger mit der Übergabe an den Nachtdienst. Auch hier werden wichtige Einzelheiten zu bestimmten Patienten weitergegeben.

Im Nachtdienst hat die Pflegekraft meist alle Hände voll zu tun. Sie wird mehrmals nach den Patienten sehen und überprüfen, ob es ihnen gut geht. Oft sind es Schmerzen oder Schlaflosigkeit, die die Nachtpflegekraft auf Trab halten. Doch leider sind es auch andere Fälle, wie zum Beispiel Nachblutungen aus einer Wunde oder Übelkeit mit Schwindel, die schnelles Eingreifen und vielleicht sogar nach dem Anruf des diensthabenden Arztes verlangen.

Gegen Morgen fangen die Nachtdienstkräfte an, die bettlägerigen Patienten zu waschen, oder sie geben ihnen Hilfestellung bei der Körperpflege. Sie helfen beim Aufsetzen/Aufstehen und wenn nötig/möglich beim Gang zum Bad.

Grundsätzliches zu den Krankenpflegebereichen des Krankenpflegers

In der Kinderkrankenpflege ist es sehr wichtig, gute Nerven zu haben und Kinder zu lieben. Die Kleinsten sind besonders hilfebedürftig und verletzlich. Hier ist ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und liebevoller Umgang das A & O. Außerdem sollte ein Gespür für eventuelle familiäre Probleme entwickelt sein oder werden. Einfühlsame Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger sorgen dafür, dass der Krankenhausaufenthalt für ein Kind erträglich wird und im besten Fall sogar zu einer schönen Erinnerung.

Altenpflege fordert die mentalen und körperlichen Kräfte in einem besonderen Maß. Je nach Gewicht und Körpergröße der Patienten und des Krankheitszustands, benötigt die Pflegekraft für das Heben, Umbetten, Auffangen und Geleiten der Senioren entsprechend viel Energie.

Wer sich für den Bereich der Altenpflege entscheidet, darf keine Berührungsängste haben, egal welcher Art. Hier ist Resilienz Programm. Wer zu viel mitleidet und es nicht schafft, sich abzugrenzen, kommt an seine Grenzen. Das hängt zum einen zusammen mit dem extremen Fachkräftemangel, zum anderen mit der oftmals traurigen Situation der Heimbewohner. Selbst die hingebungsvollsten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger kommen ohne physische und psychische Erholungsphasen schneller an ihre Grenzen als sie es für möglich halten.

Warum sollte man Gesundheits- und Krankenpflegerin/-pfleger werden?

In einer Zeit, in der nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass der einmal erlernte Beruf bis zur Rente ausgeübt wird, ist die Frage nach dem Berufszweig erlaubt, in dem die besten Erwerbschancen bestehen. Dabei zeigen sich im Gesundheitswesen hervorragende Zukunftsaussichten. Durch die auch in den nächsten Jahren steigende Nachfrage ist die Ausbildung im Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin/-pfleger eine sichere Entscheidung.

Auch wenn dieser Beruf einen voll und ganz fordert und einem viel abverlangt, handelt es sich um eine wunderbare Tätigkeit, die das gute Gefühl vermittelt, etwas Sinnvolles zu tun und gebraucht zu werden.

Folgende Arbeitsbereiche sind denkbar (keine abschließende Aufzählung):

  • Allgemeinkrankenhäuser
  • Fachkrankenhäuser
  • Facharztpraxen
  • Pflegeheime
  • Pflegedienste, ambulant
  • Sanatorien
  • Beratungsstellen der Gesundheitsämter
  • Beratungsstellen der Kranken- und Pflegekassen
  • Krankenstationen der Justizvollzugsanstalten

Arbeitszeiten, Gehalt bzw. Verdienstmöglichkeiten

Im sozialen Dienst ist Flexibilität gefragt. Hier wird im Schichtdienst, an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet.

Das Gehalt variiert von Bundesland zu Bundesland und ist abhängig vom persönlichen Alter sowie der Unternehmensgröße, wobei die staatlichen Stellen am besten bezahlen. Deutschlandweit liegt der Verdienst im Durchschnitt bei 2.821 Euro.