Physiotherapeut

Der Beruf des Physiotherapeuten

Ratgeber zum Beruf des Physiotherapeuten

Der Beruf des Physiotherapeuten ist sehr umfangreich und abwechslungsreich.

Er zählt zur Gruppe der Gesundheitsberufe.

Das Wort Physiotherapie hat griechische Wurzeln. Physis bedeutet Körper und Therapia steht für die Wörter Dienst oder Heilung.

Die Aufgaben und Einsatzgebiete eines Physiotherapeuten sind sehr vielseitig.

Der menschliche Körper besteht aus mehr als 200 Knochen, welche alle mit Muskeln und Sehnen miteinander verbunden sind. Ein Physiotherapeut ist ein Experte für den menschlichen Körper und dessen Bewegungsabläufe und arbeiten in unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten.

Generell kann gesagt werden, dass das Ziel einer Physiotherapie die weitgehende Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit und Bewegungsfähigkeit des menschlichen Körpers zum Beispiel nach einer Erkrankung, einer Operation oder einem Unfall ist. Weitere Ziele der Therapie sind Schmerzreduktion sowie Gesundheitsförderung und Prävention.

Die Physiotherapie ist ein eigenes medizinisches Fachgebiet, sie arbeitet eng mit anderen Fachgebieten wie der Chirurgie und Traumatologie, der Neurologie oder der Orthopädie zusammen.

Sie ist eine wichtige Ergänzung zu anderen Fachgebieten und kann eine Alternative zu medikamentösen Therapien oder operativen Eingriffen sein.

Voraussetzungen für einen guten Physiotherapeuten

Wichtig für einen guten Physiotherapeuten ist natürlich in erster Linie eine fundierte Ausbildung sowie regelmäßige Weiterbildungen auf wissenschaftlicher Basis, da sich die Physiotherapie ständig weiterentwickelt.

Dadurch, dass ein Physiotherapeut ständig Umgang mit Menschen hat, ist es wichtig, dass er generell Freude an der Arbeit mit Menschen hat und ein großes Maß an Geduld mitbringt.

Weiters bedarf es auch an Einfühlungsvermögen, eine gute Menschenkenntnis sowie Kommunikationsstärke.

Ein Physiotherapeut sollte hohe Motivation aufweisen und außerdem in der Lage sein, seine Patienten zu motivieren, die verschiedenen physiotherapeutischen Übungen bei Bedarf auch zu Hause durchzuführen, um den Heilungserfolg zu optimieren.

Ein Physiotherapeut hat häufig Körperkontakt mit seinen Patienten. Daher ist es wichtig, dass er keine Berührungsängste hat.

Wichtig ist weiters ein gutes Organisationstalent sowie eine gesunde körperliche Verfassung. Als Physiotherapeut ist man den Großteil des Tages auf den Beinen und betätigt sich körperlich. Weiters sollte der Physiotherapeut auch ein positives Beispiel für seine Patienten darstellen und daher körperlich fit sein.

All dies ist notwendig, damit die Patienten bestmöglich behandelt und begleitet werden können.

Welche positiven Aspekte hat der Beruf des Physiotherapeuten?

Der Beruf ist sinnstiftend, da ein Physiotherapeut Menschen dabei hilft, ihre körperliche Gesundheit zu fördern oder wieder zu erlangen und somit seine Lebensqualität zu verbessern.

Der Einsatzbereich eines Physiotherapeuten ist wie bereits erwähnt, sehr umfangreich. Durch gesellschaftliche Veränderungen wird der Bedarf an Physiotherapeuten immer größer. Daher hat dieser Beruf auch eine gute Perspektive für die Zukunft.

Der Lebenswandel vieler Menschen hat sich in den letzten Jahren stark verändert, viele Menschen haben sitzende Berufe zum Beispiel in einem Büro vor dem Bildschirm. Durch den Bewegungsmangel und die teilweise schlechte Haltung entwickelt eine Vielzahl an Personen unterschiedliche Beschwerden ihres Bewegungsapparates. Hier wird die Arbeit eines Physiotherapeuten immer wichtiger.

Durch die immer höhere Lebenserwartung steigt der Bedarf an Physiotherapeuten. Auch älter werdende Menschen nehmen die Leistungen von Physiotherapeuten immer öfter in Anspruch. Sie möchten dadurch beispielsweise ihre Lebensqualität verbessern. Physiotherapie ist in diesem Bereich als Gesundheitsprävention, zur Verbesserung der Mobilität zur Sturzprophylaxe wichtig.

Wie sind die Arbeitszeiten eines Physiotherapeuten?

Die Arbeitszeiten sind davon abhängig, wo und in welcher Form ein Physiotherapeut arbeitet. In einer physiotherapeutischen Praxis wie zum Beispiel einem Therapiezentrum oder in einer Arztpraxis sind die Arbeitszeiten zumeist von Montag bis Freitag, je nach den örtlichen Öffnungszeiten.

In Krankenhäusern ist auch Schichtdienst möglich.

Ein selbstständiger Physiotherapeut kann sich seine Arbeitszeiten selbst einteilen, die natürlich abhängig davon sind, wann die Patienten am Besten zur Therapie kommen können oder wann ein Hausbesuch am passendsten ist.

Ablauf einer Physiotherapie

Der Ablauf einer Physiotherapie ist im physiotherapeutischen Prozess festgelegt.

In diesem Prozess gibt es mehrere Bereiche:

Zunächst erfolgt die physiotherapeutische Befunderhebung, sowie die Festlegung der individuellen Therapieziele und die Planung der Therapie.

Am Beginn der Therapie führt der Therapeut ein Anamnesegespräch mit dem Patienten. Der Patient gibt Auskunft zu seinem aktuellen Gesundheitszustand, seinen Beschwerden und seinen generellen Lebensumständen. Außerdem ist die Krankengeschichte des Patienten wichtig.

Nach dem Anamnesegespräch macht sich der Therapeut einen ersten Eindruck vom körperlichen Zustand seines Patienten, er achtet beispielsweise auf die Körperhaltung oder das Gangbild. Die Körperstellen, welche dem Patienten Beschwerden bereiten, werden vom Physiotherapeuten genau untersucht.

Auf der Basis des Anamnesegesprächs sowie der Untersuchung wird die Therapie geplant, die individuellen Therapieziele werden festgelegt sowie die passenden Maßnahmen gesetzt. Es wird mit dem Patienten vereinbart, wie viele Therapiesitzungen notwendig sein werden.

Als nächster Schritt werden die einzelnen festgelegten Maßnahmen umgesetzt. Nach jeder Behandlung wird das Ergebnis der Therapie überprüft und der Behandlungsplan bei Bedarf an den Patienten angepasst. Diese Evaluation der gesetzten Maßnahmen ist besonders wichtig, um den Patienten so gut wie möglich behandeln zu können.

Eine Erfolgskontrolle erfolgt laufend sowie am Ende des physiotherapeutischen Prozesses.

Im Krankheitsfall muss die Physiotherapie im Vorfeld von einem Arzt verordnet werden.

Je nachdem, welchen Vertrag der Physiotherapeut mit der Krankenkasse hat, zahlt die Krankenkasse entweder die gesamten Therapiekosten oder der Patient zahlt zunächst seine Therapie und bekommt am Ende der Therapie einen Teil von der Krankenkasse zurück erstattet.

Gehalt des Physiotherapeuthen


gehalt ergotherapeuth

Physiotherapeutische Maßnahmen

Folgende Maßnahmen können unter anderem im Rahmen einer Physiotherapie gesetzt werden:

  • Bewegungstherapie
  • manuelle Therapie
  • Therapie mit Ultraschall oder Strom
  • Heilmassage
  • Lymphdrainage

Wo arbeitet ein Physiotherapeut?

Der Einsatzbereich von Physiotherapeuten ist sehr umfangreich.

Physiotherapie wird zum Beispiel in Krankenhäusern und Ambulatorien, Therapiezentren oder Kuranstalten angeboten.

Physiotherapeuten sind auch in Pflegeheimen oder anderen geriatrischen Einrichtungen tätig.

Es gibt viele Physiotherapeuten, die freiberuflich in ihrer eigenen Praxis oder als mobile Physiotherapeuten arbeiten.

Weiters werden Physiotherapeuten im Bereich der Sport- und Trainingsberatung, in der Haltungsschulung oder ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung eingesetzt.

Physiotherapie hat auch einen großen Stellenwert in der Begleitung von Schwangeren und in der Geburtsvorbereitung.

Physiotherapeuten können auch an Lehranstalten tätig sein und dort Physiotherapeuten aus- oder weiterbilden.

Welche Patienten brauchen eine Physiotherapie?

Zielgruppe für Physiotherapeuten sind Menschen aller Altersklassen.

Für Kinder ist Physiotherapie beispielsweise wichtig zur Bewegungsentwicklung.

Älteren Menschen können Mobilitätstraining oder Trainingsprogramme zur Sturzprophylaxe angeboten werden.

Physiotherapie ist weiters für alle Menschen beispielweise nach Operationen, Unfällen oder Krankheiten geeignet, um ihre Bewegungsfähigkeit wieder herzustellen und Schmerzen zu reduzieren.

In der Sportmedizin behandeln Physiotherapeuten sowohl Hobby- als auch Leistungssportler nach Sportverletzungen oder arbeiten mit diesen Personen an der Gesundheitsprävention, ihrer Leistungsfähigkeit oder der Rehabilitation des Körpers nach einem Wettkampf.