Rettungsassistent

Der Beruf des Rettungsassistenten

Rettungsassistenten – die Engel der Stunde

DAS ALLGEMEINE BERUFSBILD DES RETTUNGSASSISTENTEN

Als erster vom Staat anerkannter Ausbildungsberuf innerhalb des Rettungsdienstes wurde der Beruf des Rettungsassistenten vom Notfallsanitäter vor fünf Jahren abgelöst. Inhaltlich gibt es lediglich einige Ergänzungen, die die heutige Ausbildung umfangreicher gestalten.

Der Beruf des Rettungsassistenten bzw. Notfallsanitäters bietet nach der zweijährigen Ausbildung ein Einstiegsgehalt von rund € 1.660,- und geht nicht zwingenderweise mit einem Medizinstudium einher. Es handelt sich um eine schulische Ausbildung mit vielen Theorie- und Praxisstunden, für die es spezielle Fachschulen gibt und die auch ein Praktikum beinhalten.

Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Ausbildung als Rettungsassistent sind in erster Linie die eigene Volljährigkeit und ein bereits absolvierter und abgeschlossener Kurs in Erster Hilfe. Auch ein ärztliches Attest muss vorgelegt werden, der die jeweils geistige und körperliche Eignung für den Beruf bestätigt. Für die Aufnahme in eine Fachschule für Gesundheitsberufe ist oftmals ein Hauptschulabschluss von Vorteil; wer zusätzlich über eine andere Berufsausbildung verfügt (zum Beispiel in Form einer Lehre), wird zumeist noch bevorzugt behandelt. Oberste Priorität hat jedoch die physische und psychische Eignung, ohne die jeder Schulabschluss und jeder Erste Hilfe Kurs nur die halbe Miete ist.

DIE AUFGABEN EINES RETTUNGSASSISTENTEN

Angehende Rettungsassistenten bzw. Notfallsanitäter erhalten eine sehr fundierte Ausbildung, die mehrere Themengebiete umfasst:

  • Allgemeine Grundlagen der Naturwissenschaft und der Medizin
  • Lehre der Krankheits- und Arzneimittel
  • Notfallmedizin im Allgemeinen sowie im Speziellen
  • Organisation
  • Hygiene
  • Recht

Rettungssanitäter sind schnell verfügbare Einsatzkräfte für den Notfall. Wird ein Krankenwagen gerufen, dann führen Rettungssanitäter alle notwendigen lebensrettenden Sofortmaßnahmen durch, bis die Krankenbehandlung im Krankenhaus vom Arzt übernommen wird.

Ein Rettungsassistent muss in Notsituationen in der Lage sein, kompetent zu handeln. Ist er auf sich alleine gestellt, muss er in der Lage sein, das Leben des Patienten zu erhalten, auch wenn Verstärkung nicht verfügbar ist. Im Rahmen der sogenannten Notkompetenz können verschiedene Aufgaben auf den Assistenten zurückfallen:

  • Krankentransporte
  • Überwachung und Stabilisierung der Körperfunktionen im Zuge des Transports
  • psychische Patientenbetreuung während des Transports
  • Protokoll- und Berichterstattung
  • Fahrzeugreinigung und -desinfektion, Überprüfung des Medikamentenbestandes
  • Sicherstellung der Rufbereitschaft
  • Venenpunktionen
  • Frühdefibrillationen
  • die Applikation ausgewählter Medikamente und/oder einer kristalloiden Infusion
  • Intubationen (ohne Relexantien)

Im Übrigen unterstützen Notfallsanitäter mitunter auch die Feuerwehr in der Brandbekämpfung, übernehmen teilweise die Breitenausbildung sowie die Ausbildung der Fachkräfte und koordinieren Einsätze im Telefon- und Pfortendienst.

GRÜNDE FÜR DEN RETTUNGSDIENST – WARUM MAN DEN BERUF WÄHLEN SOLLTE

Der Beruf des Rettungsassistenten bzw. Notfallsanitäters ist nicht nur ein Beruf aus dem Sozialbereich, in dem einen viele Eindrücke und eine Menge Abwechslung erwarten. Es ist ein niemals aussterbender Beruf, der jeden zum Helden macht, der ihn mit Leidenschaft ausübt: Lebensrettende Sofortmaßnahmen – sprich: Erste Hilfe – sind zwar gesetzliche Pflicht, für die Zivilbevölkerung jedoch keine Selbstverständlichkeit. Um dennoch ein hohes Maß an Versorgung zu gewährleisten sind Rettungsassistenten das Bindeglied zwischen dem Patienten und dessen stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Aufgrund der Tatsache, dass es niemals genug Rettungsassistenten geben kann, handelt es sich um einen sehr sicheren Beruf; viel höher ist die Chance, dass die Rettungsassistenten freiwillig das Handtuch werfen, da sie einer extrem hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, aber gekündigt wird in diesem Sektor so gut wie nie jemand. Aufgrund der Schicht- und Bereitschaftsdienste fällt auch die Bezahlung entsprechend gut aus.

DIE ARBEITS- UND DIENSTZEITEN ALS RETTUNGSASSISTENT

Die Arbeit in und für Krankenhäuser sowie der Notruf erfordern permanente Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. Dementsprechend hoch ist auch der Personalbedarf in Medizinberufen. Die Rettungsassistenten arbeiten im Schichtdienst mit abwechselnder Rufbereitschaft. Einzelne Schichten können durch unvorhergesehene Zwischenfälle auch ungewöhnlich lange (dreizehn Stunden oder sogar länger) ausfallen, weshalb eine gute Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer in diesen Berufen unverzichtbar sind. Zudem ist der Berufsalltag geplagt von vielen Wochenendschichten. Auch Feiertage gibt es nicht; medizinisches Fachpersonal muss rund um die Uhr an jedem Ort verfügbar sein, um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

VOR- UND NACHTEILE AN DER ARBEIT ALS RETTUNGSASSISTENT

Während die langen Schichtzeiten und die viele Wochenendarbeit zunächst eine erhebliche Einschränkung des Privatlebens bedeuten, bieten solche Arbeitszeiten aber auch den ein oder anderen Vorteil. In erster Linie schlagen sie sich natürlich in Form von Provisionen auf das Gehalt aus. Wer außerdem fleißig arbeitet hat mitunter die Möglichkeit, sich mehrere Tage am Stück frei zu nehmen, ohne dafür seinen Urlaub investieren zu müssen (aufgrund der entstehenden Überstunden in Nacht- und längeren Schichten).

Außerdem arrangieren sich Rettungsassistenten für gewöhnlich damit, dass ihr Freundeskreis sich weitgehend auf die Kollegschaft aus der Arbeit beschränkt, da die Dienst- und Freizeit nur erschwert anderweitige Kontakte zulassen. Der Beruf des Rettungsassistenten ist von permanenter Bereitschaft begleitet, sodass man in der Lage sein muss, das Wohl fremder Menschen seinem eigenen Privatleben vorzuziehen. Gerade deswegen ist Leidenschaft und grundlegendes Interesse für die Tätigkeit besonders wichtig, um nicht irgendwann festzustellen, dass man sich selbst vielleicht wichtiger ist, als sein Beruf bzw. seine Berufung. Viele (angehende) Rettungsassistenten geben aufgrund der psychischen Belastung ihre Tätigkeit wieder auf, wenn sie einen (oder gar mehrere Patienten verloren haben; selbst wenn sie richtig gehandelt haben können die Selbstvorwürfe einen innerlich derart zerfressen, dass Depressionen keine seltene Folge sind.

Außerdem gilt es, keineswegs die Gefahr zu unterschätzen, die eine solche Tätigkeit mit sich bringt. Nicht immer ist jede Krankheit eines Patienten sofort ersichtlich. Bei Unachtsamkeit in Sachen Hygiene, Sauberkeit und Prävention kann man mit Krankheiten wie Hepatitis, HIV oder ähnlichen Krankheiten konfrontiert sein und ist einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Nicht immer ist im Notfall sofort bekannt, ob der Betroffene an solchen Krankheiten leidet, daher gilt es die Hygiene und die Sauberkeit (Handschuhe, Desinfektionsmittel, kein direkter Wundkontakt…) unbedingt zu berücksichtigen.

Der Beruf des Rettungsassistenten ist also nicht nur abenteuerlich und abwechslungsreich sondern bringt auch ein enormes Maß an Verantwortung mit sich. Egal wann oder wo ein Rettungsdienst gerufen wird: Der Rettungsassistent ist es, der mit seinen Entscheidungen und Sofortmaßnahmen bereits das Leben und Überleben jedes Patienten in der Hand hat. Deshalb muss jeder Handgriff sitzen, jede Entscheidung sorgfältigst getroffen und selbst in den riskantesten Momenten stets absolute Ruhe bewahrt werden.