Münchens Ärztinnen und Ärzte sind nicht unsichtbar. Sie sind nur nicht auf Bumble. Und nicht auf Tinder. Sie sitzen beim Stammtisch.
Jeden 2. Mittwoch treffen sich junge Medizinerinnen und Mediziner im Hofbräukeller am Wiener Platz. Nicht wegen der Partnersuche — aber auch nicht trotzdem. JADE München-Oberbayern ist das Netzwerk, bei dem Dating nebenher passiert. Und oft besser funktioniert als überall sonst.
JADE München-Oberbayern: Wer sitzt da, und wie kommst du rein?
JADE heißt offiziell "Junge Allgemeinmedizin Deutschland" und ist ein bundesweiter Verbund von jungen Hausärztinnen und Hausärzten, Weiterbildungsassistentinnen und Assistenten sowie Medizinstudierenden mit dem Schwerpunkt Allgemeinmedizin.
Die München-Gruppe ist eine von 39 regionalen Sektionen. Sie organisiert nicht nur einen Stammtisch, sondern auch Fortbildungen, Austauschveranstaltungen und gelegentliche größere Netzwerk-Treffen. Der Stammtisch ist das niedrigschwelligste und kontinuierlichste Angebot — es ist das, das immer läuft.
Wer kommt? Der typische Kern besteht aus:
- Assistenzärztinnen und Assistenzärzte im Weiterbildungsjahr 2–5 (Fachkompetenz aufgebaut, erstes Burnout noch nicht in vollem Gange)
- Einzelne Medizinstudentinnen und Studenten, meist ab dem klinischen Drittel oder PJ
- Junge Hausärzte, die vor weniger als fünf Jahren ihre Praxis eröffnet haben
- Gelegentlich: Ärzte aus anderen Fachbereichen, die Interesse an Hausmedizin haben
Der Altersdurchschnitt liegt bei 28–35. Es ist multidisziplinär genug, um nicht langweilig zu werden. Es ist klein genug, um echte Gesichter zu werden.
Wie kommst du rein? Tatsächlich einfach: hingehen. Es gibt keine Hürden, keine Bewerbung, kein Netzwerk-Brokering. Du schaust auf jungeallgemeinmedizin.de, wo der nächste Termin ist, und tauchst auf. Im besten Fall fragst du vorher per Mail bei der Gruppe nach, damit sie dich zuordnen können. Das ist aber nicht notwendig.
Der Hofbräukeller: Nicht touristisch, sondern Klassiker
Der Hofbräukeller am Wiener Platz ist ein Unterschied zum Hofbräuhaus.
Das Hofbräuhaus am Marienplatz ist Museum — fünf Touristen-Busse pro Tag, Saarländer neben Japanerinnen, Bier das sich Kalifornien-Bier nennt, Musiker im Dirndl.
Der Hofbräukeller ist das, was München früher war: eine Gastwirtschaft mit Biergarten. Bretter auf den Bänken (nein, das ist nicht vintage, das ist echt). Leute, die dort selbst nach dem Feierabend sitzen. Kellner, die dich kennen. Im Sommer oben draußen, im Winter in der Stubn' drinnen.
Die U-Bahn U5 hält direkt davor (Haltestelle Wiener Platz). Wenn du von Schwabing kommst, brauchst du 20 Minuten. Vom Großhadern (wo halb München Medizin studiert) 25 Minuten. Das ist nicht zentral, das ist praktisch.
Der Wiener Platz selbst ist ein Knoten. U-Bahn, Bushaltestellen, historisch eine echte Münchner Kreuzung (nicht wie jetzt Flixbus-Infrastruktur). Der Platz selbst ist ein grüner Fleck mit Biergarten daneben — wer vor 19:30 kommt, kann sich noch wirklich hinstellen.
Preis-Leistung: Bier kostet um die 6,50 Euro, Vesper (Wurst, Käse, Brot) zwischen 8–12 Euro. Das ist nicht der teure Restaurant-Preis, aber auch nicht günstig. Es ist München.

