Learning Groups und AGJR-Preise
Ein Merkmal der AGJR sind Learning Groups — fokussierte Lerngruppen zu spezifischen rheumatologischen Themen. Sie funktionieren als asynchrones, praxisorientiertes Format zwischen Fellow-Meeting und Kongress.
Zusätzlich vergibt die AGJR Wissenschafts- und Lehrpreise. Sie würdigen Forschungs- und Lehrbeiträge junger Rheumatolog:innen und werden auf dem Kongress oder dem Fellow-Meeting verliehen. Die Preise sind ein konkreter Karrierebaustein für alle, die in der Rheumatologie wissenschaftlich oder didaktisch unterwegs sind.
Mitgliedschaft & Aufnahme
Die Aufnahme funktioniert anders als bei vielen anderen Jungen Foren: AGJR-Mitgliedschaft ist nicht beantragbar — sie ist automatisch. Jedes DGRh-Mitglied bis zum 40. Lebensjahr ist Teil der AGJR. Es gibt keinen Zusatzantrag und keinen Zusatzbeitrag.
Wer also AGJR-Mitglied werden will, beantragt die DGRh-Mitgliedschaft über dgrh.de. Die AG ist eine Untergliederung ohne eigene Rechtsfähigkeit und steht ausschließlich DGRh-Mitgliedern offen. Mit dem 40. Geburtstag endet die AGJR-Zugehörigkeit, die DGRh-Mitgliedschaft bleibt bestehen.
Was das für Mediziner-Singles bedeutet
Die Rheumatologie ist ein kleines, gut vernetztes Fach mit hohem Frauenanteil im Nachwuchs. Wer hier arbeitet, kennt nach wenigen Jahren einen Großteil der gleichaltrigen Fachkolleg:innen Deutschlands persönlich — die Junge Rheumatologie ist überschaubar genug, dass man sich auf zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr sieht.
Das AGJR-Fellow-Meeting und die AGJR-Session auf dem DGRh-Kongress sind die zwei wichtigsten Anlaufpunkte. Beide Formate haben ein klar abgegrenztes Abendprogramm — kein Sozialleben im Hotel-Restaurant um halb zwölf nach acht Stunden Vorträgen, sondern eingeplante Begegnungs-Räume mit Zeitfenster.
Wer ergänzend regionale Anker sucht, findet im Mediziner-Stammtisch-Verzeichnis lokale Treffen. Die AGJR ersetzt das nicht — die Frequenz ist eine andere als beim regionalen Stammtisch — aber sie ist das stärkste fachzentrierte Format der jungen Rheumatologie in Deutschland. Mehr internistischer Junge-FG-Kontext: Junge DGHO Onkologie.
Wie du dich anschließen kannst
Drei Schritte:
- DGRh-Mitgliedschaft beantragen. Über dgrh.de — Voraussetzung für AGJR.
- Webseite rheumadocs.de regelmäßig prüfen. Hier laufen Fellow-Meeting-Termine, Learning Groups und Preisausschreibungen.
- AGJR-Session auf dem DGRh-Kongress fest einplanen. Plus das Donnerstag-Abend-Programm — das ist der Kern des Netzwerks.
Wer eine Forschungs- oder Lehridee hat, kann sich um die AGJR-Wissenschafts- und Lehrpreise bewerben. Bei Fragen erreicht man die AGJR über die rheumadocs-Webseite oder über die DGRh-Geschäftsstelle.
Rheumatologie als Karrierefach für junge Mediziner
Die Rheumatologie hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark gewandelt. Biologika, zielgerichtete Small-Molecule-Therapien und immer differenziertere Krankheitsbilder haben das Fach therapeutisch interessant gemacht. Gleichzeitig ist die Versorgungslage in Deutschland angespannt: zu wenig Rheumatolog:innen für eine wachsende Zahl an Patient:innen, lange Wartezeiten in Schwerpunktpraxen. Das macht die Berufsperspektive für junge Kolleg:innen attraktiv — Bedarf ist garantiert, Spezialisierungstiefe wird wertgeschätzt.
Die AGJR begleitet diesen Wandel inhaltlich. Auf dem Fellow-Meeting werden neue Therapieklassen praxisnah diskutiert, Sonografie-Workshops vertiefen die Bildgebung, "How to read a paper" hilft beim Einstieg in die wissenschaftliche Bewertung neuer Studien. Wer eine akademische Karriere plant, findet über die AGJR Anschluss an deutsche Studiengruppen und an europäische Strukturen wie EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology), die mit Reisestipendien und eigenen Young-Sessions arbeitet.
Geschlechterverhältnis und Tageskultur in der Rheumatologie
Die Rheumatologie ist eines der internistischen Fächer mit einem hohen Frauenanteil im Nachwuchs. Auf Fellow-Meetings und AGJR-Sessions ist das Geschlechterverhältnis nahezu paritätisch, in vielen Jahrgängen sogar weiblich dominiert. Das ist für junge Kolleg:innen, die ein Beziehungs-kompatibles Umfeld suchen, eine reale Information — keine pauschale Aussage über Erfolgschancen, sondern eine strukturelle Eigenschaft des Faches.
Hinzu kommt: Rheumatologie ist überwiegend ambulant geprägt. Schwerpunktpraxen, MVZ und rheumatologische Ambulanzen prägen den Alltag, klassische Nacht- und Wochenend-Bereitschaften sind seltener als in akutmedizinischen Fächern. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist im Vergleich zu Chirurgie oder Intensivmedizin deutlich entspannter — auch das wird auf AGJR-Veranstaltungen offen besprochen.
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