Aufgewachsen in der DDR — eine Schauspielerin aus Merseburg
Andrea Kathrin Löwig wurde am 22. September 1966 in Merseburg geboren, einer Industriestadt in der damaligen DDR, südlich von Halle an der Saale. Ihr Vater arbeitete als Mechaniker, ihre Mutter als Drogistin — ein bodenständiges Elternhaus, das ihr früh Erdung mitgab. Nach dem Abitur führte sie der Weg nach Berlin, wo sie an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» studierte. Parallel dazu besuchte sie die Staatliche Ballettschule Berlin und bildete ihre Stimme in Gesangsunterricht und Musical-Workshops weiter — am Stage School Hamburg und am Theater des Westens in Berlin.
Der Mauerfall fiel mitten in ihren Karrierebeginn: 1989 trat Löwig erstmals in TV-Produktionen auf und arbeitete sich in den Folgejahren durch die Welt des Nachwendefernsehens. Gastauftritte in Polizeiruf 110, Drei Damen vom Grill und einer wiederkehrenden Rolle als Iris Gundlach in GZSZ (1993–1994, sechs Folgen) zeigten ihr Talent für lebendige Charakterzeichnung. 1998 vertiefte sie ihre Ausbildung nochmals am Hollywood Acting Workshop in Los Angeles — ein Schritt, der ihre internationale Perspektive schärfte, ohne sie jemals aus Deutschland wegzulocken.
Dr. Kathrin Globisch — eine Rolle, die bleibt
Im Jahr 1999 bekam Andrea Kathrin Löwig die Rolle, die ihr Leben verändern sollte: Dr. Kathrin Globisch in der ARD-Krankenhausserie «In aller Freundschaft». Die Serie startete 1998 und entwickelte sich schnell zur meistgesehenen deutschen Arztserie überhaupt. Löwig stieg in der zweiten Staffel ein — als Oberärztin der Anästhesie und spätere Leiterin der Schmerzklinik in der fiktiven Sachsenklinik Leipzig.
Was folgte, ist Fernsehgeschichte: Über mehr als 25 Jahre spielte sie die Globisch durch Hunderte von Folgen — als Medizinerin, Kollegin, Chefärztin und Mensch. Dabei entwickelte sich die Figur mit der Zeit weiter: In späteren Staffeln übernahm Dr. Globisch die Leitung der Chirurgie. Löwigs Darstellung ist dabei nie laut. Sie trägt die Seriosität einer Klinikärztin, ohne steif zu wirken — das Publikum glaubt ihr die Diagnosen genauso wie die kleinen menschlichen Schwächen.
Parallel zur Stammrolle war Löwig wiederholt in «In aller Freundschaft — Die jungen Ärzte» zu sehen, dem erfolgreichen Spin-off, das 2015 startete. Damit ist sie eine der wenigen Schauspielerinnen, die das Universum beider Serien gleichermaßen prägen.
Privates: Tochter, Ayurveda und ein Neuanfang mit 55
Lange hielt Andrea Kathrin Löwig ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit heraus. Dass sie eine Tochter hat — geboren im Juli 2008 aus einer früheren Beziehung — wurde erst Jahre später bekannt. Die Kleine wuchs überwiegend abseits des Rampenlichts auf.
Seit 2014 ist Löwig mit dem Berliner Architekten Andreas Thiele zusammen. Im Juli 2021, nach sieben gemeinsamen Jahren, heirateten die beiden — eine leise, beständige Liebesgeschichte, weit entfernt vom Glamour des TV-Betriebs. Das Paar lebt in Berlin.
Neben der Schauspielerei hat sich Löwig intensiv mit Ayurveda beschäftigt. Ihre Leidenschaft für die altindische Heilkunde ist kein PR-Gag: Sie schrieb gemeinsam mit indischen Ayurveda-Ärzten und Ernährungsexperten ein Buch — «Ayurveda – Die 7-Tage-Panchakarma-Kur für Zuhause» — das die Grundlagen einer Reinigungskur verständlich für den Alltag aufbereitet. Auch Homöopathie gehört zu ihren Überzeugungen: In Interviews sprach sie offen darüber, wie sehr alternative Heilmethoden ihr geholfen haben. Nicht jeder teilt diese Ansicht — aber es zeigt, wie eigenständig sie denkt.
Eine Frau, die seit über 25 Jahren eine Klinikärztin spielt, dabei aber selbst auf ganzheitliche Gesundheit setzt: Das macht Andrea Kathrin Löwig zu einer der vielschichtigsten Figuren des deutschen Fernsehens.
Mehr Infos zur Serie und zum gesamten Cast findest du in der In-aller-Freundschaft-Übersicht.

