Vom DDR-Journalistikstudium zur Schauspielkarriere
Thomas Rühmann wurde am 11. Mai 1955 in Osterburg in der Altmark geboren, einem kleinen Städtchen im heutigen Sachsen-Anhalt, das damals zur DDR gehörte. Sein Vater Heinrich war Schulleiter und Historiker. Die Familie zog früh nach Magdeburg, wo Rühmann aufwuchs. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Journalistik an der renommierten Karl-Marx-Universität Leipzig — doch das Theater kreuzte seinen Weg früher als erwartet.
Ein Studienfreund schleppte ihn zu einer Theaterprobe, und kurz darauf stand Rühmann selbst auf der Bühne und übernahm eine Rolle in einem Stück von Volker Braun. Die Begeisterung für das Schauspiel überwältigte ihn. Er wechselte die Laufbahn, arbeitete sich durch die DDR-Theaterwelt und gab 1983 sein Fernsehdebüt als Valentin Böhm im DFF-Mehrteiler «Martin Luther». Was als Umweg begann, wurde zu einer der eindrucksvollsten deutschen Schauspielkarrieren.
In aller Freundschaft — eine Rolle, die ein Leben prägt
Am 26. Oktober 1998 startete die ARD-Krankenhausserie «In aller Freundschaft» — und mit ihr begann Thomas Rühmanns Karriere als TV-Arzt Dr. Roland Heilmann in der Sachsenklinik Leipzig. Was niemand ahnte: Die Serie würde mehr als ein Vierteljahrhundert laufen, und Rühmann würde von Anfang bis heute der zentrale Anker bleiben.
Dr. Heilmann ist kein klassischer Fernsehheld. Er ist nachdenklich, manchmal stur, immer aufrichtig — ein Arzt, dem man seine Fehler genauso abnimmt wie sein Mitgefühl. Rühmann verleiht der Figur eine ruhige Intensität, die das Publikum seit Staffel eins an die Serie bindet. Über 27 Jahre und hunderte von Episoden später ist er das wohl verlässlichste Gesicht im deutschen Fernsehen.
Das Besondere: Rühmann hat die Rolle nie als Käfig empfunden. Im Gegenteil — parallel zur Serienarbeit gründete er 1998 gemeinsam mit dem Akkordeonisten Tobias Morgenstern das «Theater am Rand» im brandenburgischen Zollbrücke, einem kleinen Sommertheater im Oderbruch. Seit 2023 führt er es allein. Das Theater steht sinnbildlich für seine Haltung: bodenständig, handgemacht, nah an den Menschen.
Musik, Familie und das Leben abseits der Sachsenklinik
Neben dem Schauspielen ist Musik Rühmanns zweite, gleichwertige Leidenschaft. Er spielt Gitarre, singt und hat mehrere Alben veröffentlicht — häufig gemeinsam mit seinem Bruder Martin Rühmann, einem bekannten Liedermacher. Die Musik ist für ihn kein PR-Projekt, sondern echter Ausdruck: ruhig, erdig, ohne Glanz.
Privat lebt Thomas Rühmann in Leipzig. Er ist in zweiter Ehe verheiratet; seine Frau tritt nicht öffentlich in Erscheinung. Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Töchter, die jüngere Ehe brachte 2007 Sohn Jannes zur Welt. Inzwischen ist Rühmann auch Großvater — eine Lebensetappe, die er nach eigenen Aussagen mit großer Freude genießt. Dass er mit 71 Jahren noch immer eine der präsentesten Figuren im deutschen Abendprogramm ist, wirkt bei ihm nie wie Routine. Es wirkt wie Berufung.
Mehr News und Hintergründe zur Serie findest du in der In-aller-Freundschaft-Übersicht.

