Roy Peter Link war von 2015 bis 2019 das Gesicht des Dr. Niklas Ahrend in „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte". Vier Jahre lang gehörte er zum Gründungs-Hauptcast. Dann verschwand er – nicht still, aber doch konsequent. Wer heute wissen will, was Roy Peter Link macht, landet weder in Leipzig noch in Berlin, sondern in Westafrika.
Vom Münsterland nach Köln
Geboren wurde Roy Peter Link am 9. Juni 1982 in Köln. Aufgewachsen ist er aber im Münsterland, in Ahaus-Wessum, einem Ortsteil zwischen Niederlande-Grenze und Münster. Nach der Schulzeit ging er zurück nach Köln. Eine klassische Schauspielausbildung absolvierte er nicht – er hielt sich anfangs mit kleinen Jobs über Wasser, bis ein Vorsprechen bei einer Telenovela alles veränderte.
Seinen ersten großen Erfolg hatte er als Jonas Broda in „Anna und die Liebe", der Sat.1-Telenovela, die zwischen 2008 und 2012 lief. Broda war der charmante Bruder der Hauptfigur, eine Rolle, die ihn von einem Tag auf den anderen aus der Anonymität holte. Es folgten Gastauftritte in „Rote Rosen" als Hacki, kurze Engagements im Tatort-Universum und Theaterprojekte.
2015: Gründungscast bei den jungen Ärzten
Als „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" 2015 startete, war Roy Peter Link von der ersten Folge an dabei. Sein Dr. Niklas Ahrend war als ehrgeiziger, charmanter Assistenzarzt angelegt – einer, der schnell zu einem der Publikumslieblinge wurde. Über vier Staffeln entwickelte sich die Figur weiter, baute Beziehungen auf, durchlebte Konflikte mit Kolleginnen und Kollegen. Link selbst sagte in einem Interview einmal, ein Vier-Jahres-Vertrag in einer Wochenserie sei „eine Lebensentscheidung" gewesen.
Genau diese Lebensentscheidung beendete er 2019. Sein Ausstieg kam für viele Fans überraschend, denn die Figur war im Schreibzimmer noch lange nicht ausgereizt. Link selbst formulierte es zurückhaltend: Er wolle eine andere Art zu leben. Was darin steckte, zeigte sich erst in den folgenden Monaten.
Der Umzug nach Guinea-Bissau
Nach dem Ausstieg aus der Sachsenklinik zog Roy Peter Link mit seiner Ehefrau nach Guinea-Bissau, einem kleinen Land an der Westküste Afrikas zwischen Senegal und Guinea. Es ist eine Entscheidung, die in der deutschen Schauspielbranche praktisch alleinsteht: Wer aussteigt, geht meist nach Berlin, gelegentlich nach Los Angeles, manchmal ans Theater. Westafrika ist nicht die Route, auf der man bekannte TV-Gesichter erwartet.
Über die Hintergründe sagt Link selbst kaum etwas. Was sich aus den wenigen öffentlichen Spuren zusammensetzen lässt: Seine Ehefrau hat einen Bezug zur Region, die beiden hatten dort bereits vor seinem Ausstieg Zeit verbracht. Guinea-Bissau ist portugiesischsprachig, hat unter zwei Millionen Einwohner, ist wirtschaftlich schwach und touristisch wenig erschlossen. Genau diese Ruhe – so deuten es Beobachter – dürfte ein wesentlicher Faktor für den Umzug gewesen sein.
Was Roy Peter Link heute macht
Aktuelle Schauspielprojekte sind keine bestätigt. Link ist seit dem Ausstieg in keiner größeren deutschen Produktion mehr aufgetaucht. Sein Instagram-Account @roy_peter_link hat etwa 42.000 Follower, und bis Sommer 2021 postete er gelegentlich – Reise-Snapshots, ein neuer Haarschnitt, einmal Bilder von Malta. Seither ist es noch stiller geworden.
Wer dem Account folgt, sieht eine Person, die mit dem Showbusiness erkennbar fertig ist. Es gibt keine Werbedeals, keine Star-Posen, kein offensives Markenbuilding. Link betreibt seinen Kanal so, wie viele Privatleute Instagram nutzen: gelegentliche Lebenszeichen, mehr nicht.
Privatleben: Ehefrau ja, Familie schweigt
Über seine Ehefrau gibt Link öffentlich keine Details preis – kein Name, kein Beruf, keine gemeinsamen Fotos in den deutschen Boulevard-Medien. Es ist eine Trennung von beruflicher und privater Sichtbarkeit, die nur funktioniert, weil Link sich physisch aus der Branche entfernt hat. Wer in Berlin lebt, kann den Paparazzi nicht entgehen. Wer in Bissau lebt, schon.
Auch zur Kinderfrage gibt es keine bestätigten Angaben. Wer in Boulevard-Foren danach sucht, findet vor allem Spekulationen, keine Quellen. Diese Lücke ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung – nicht eines Versäumnisses.
Was der Rückzug für die Rolle bedeutet
Dr. Niklas Ahrend ist in den Folgen, die heute noch laufen, präsent – jedenfalls in der erinnerten Form. Die Figur wurde ohne große Geste verabschiedet, die Sachsenklinik-Schreiber haben ihr keinen Tod geschrieben, der Rückkehr ausschließen würde. Theoretisch wäre ein Comeback möglich. Praktisch ist es unwahrscheinlich: Wer von Berlin nach Guinea-Bissau zieht, kehrt selten nur für eine Gastrolle zurück.
Für die Cast-Dynamik von Staffel 12 hat Links Abgang längst keine Rolle mehr. Andere Hauptfiguren – darunter Mikko Rantala und Julia Berger – tragen die Sachsenklinik heute. Für Stammzuschauer bleibt Link aber eine Referenzfigur: einer der Schauspieler, die der Serie ihren ersten Look gegeben haben.
Stand Mai 2026
Aktuelle deutsche TV-Auftritte: keine. Theater: keine bestätigt. Internationale Projekte: nicht bekannt. Wer auf ein Comeback hofft, hofft seit sechs Jahren – und bekommt keine Signale. Was bleibt, ist eine seltene Erzählung in der deutschen Branche: ein Hauptdarsteller, der die Bühne nicht gegen eine andere Rolle tauscht, sondern gegen ein Leben in einem Land, das in deutschen Reiseteilen praktisch nicht vorkommt.
Genau dieser Bruch ist das, was Roy Peter Link von vielen Kollegen unterscheidet. Wer sich auskennt, weiß: Solche Geschichten gibt es. Sie werden nur fast nie erzählt, weil die Beteiligten nicht zurückwollen ins Rampenlicht. Link gehört zu denen, die dabei konsequent geblieben sind.
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