Von Berlin nach Hamburg — eine Schauspielerin entsteht
Milena Straube wurde am 14. August 1992 in Berlin geboren. Sie wuchs zweisprachig auf, Deutsch und Französisch, und besuchte das Französische Gymnasium in Berlin-Mitte. Nach dem Abitur hätte Berlin nahegelegen — die Hochschulen, die Theater, der Betrieb. Milena Straube entschied sich anders und ging nach Hamburg.
Von 2012 bis 2016 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, einer der angesehensten Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum. Ihr Abschlussjahr finanzierte sie mit einem Stipendium der Claussen-Simon-Stiftung, einer Förderung, die keine Anfängerinnen sucht, sondern Studierende, die kurz vor dem Sprung ins Berufsleben stehen und ihn verdienen.
Was nach dem Abschluss kam, war nicht Fernsehen. Milena Straube arbeitete auf der Bühne: Thalia Theater, Deutsches Schauspielhaus, Kampnagel, Kammerspiele — allesamt in Hamburg, allesamt erste Häuser. Theater war für sie kein Umweg zur Fernsehkarriere, sondern das eigentliche Handwerk. Die Präzision, die Figuren brauchen, wenn keine Kamera übernimmt, wenn keine Montage rettet, was die Szene nicht trägt — das lernt man auf der Bühne.
Rebecca Krieger, Grimme-Preis und ein Leben jenseits der Vorabendserie
Der Wechsel ins Fernsehen kam schrittweise. Gastauftritte, kleinere Rollen, dann 2019 der erste feste Vertrag: Rebecca Krieger in «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» (ARD). Rebecca ist Assistenzärztin am Johannes-Thal-Klinikum in Erfurt — jung, ehrgeizig, mit einem inneren Kompass, der nicht immer mit dem Klinikbetrieb übereinstimmt. In Staffel 12 kehrt sie als frischgebackene Mutter zurück, eine Situation, die in Milena Straubes eigenem Leben 2022 tatsächlich eingetroffen ist.
Wer sie nur aus dem Vorabendprogramm kennt, hat nicht alles gesehen. 2023 übernahm Milena Straube die Hauptrolle in der Miniserie «Haus Kummerveldt» (WDR/ZDF/ARTE). Sie spielt Luise, eine junge Adelige im Wilhelminischen Kaiserreich, die lieber schreiben als heiraten würde, Marx liest und ihre Verbündeten unter den Dienstboten findet. Keine einfache Figur. Milena Straube spielt sie mit einer Zurückhaltung, die nachhallt.
2024 wurde sie dafür mit dem Grimme-Preis Spezial ausgezeichnet — der wichtigsten TV-Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. Die Jury würdigte die Serie für ihre experimentelle Verbindung aus Geschichte, Pop und Gesellschaftskritik. Milena Straube trug diese Mischung auf ihren Schultern.
Kassel, Marius Bistritzky und ein bewusst stilles Leben
Milena Straubes Privatleben ist kein offenes Buch, und das ist keine Pose, sondern Haltung. Ihr Partner ist der Schauspieler Marius Bistritzky. Über das Paar ist wenig bekannt, so wie Milena Straube es offenbar einrichtet. Anfang 2022 wurde sie Mutter. Die Geburt fand zuhause statt, nach 34 Stunden Wehen. Was danach auf Instagram erschien, war ein kurzes Posting — keine Homestory, keine Kooperation, keine Marke dahinter.
Heute lebt sie in Kassel. Weit weg von Berlin und Hamburg, weit weg vom Medienbetrieb. Kassel hat eine der ältesten Kunsthochschulen Deutschlands, alle fünf Jahre die documenta und genug Stille für ein Kind und einen gemeinsamen Alltag. Wer Milena Straube abseits der Kamera sucht, findet sie auch im Podcast: «Lost Sherös» ist ein feministisches Format über vergessene Frauen der Geschichte — moderiert mit derselben Genauigkeit, die auch ihre Rollen auszeichnet.
Mehr News und Hintergründe zu «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» und dem gesamten Cast findest du in der Junge-Ärzte-Übersicht.



