Chirurg mit Überzeugung
Werner Mang gründete die Bodenseeklinik in Lindau und baute sie zu einem der bekanntesten Häuser für ästhetische Chirurgie im deutschsprachigen Raum auf. Sein Name wurde zum Synonym für die Branche — «Gesichtschirurg der Reichen und Schönen» nannten ihn Medien seit Jahrzehnten. Dabei war ihm die Oberfläche nie der Kern der Sache. «Ich nehme den Menschen Druck, damit sie innerlich zufrieden werden. Das ist die Grundlage für ein erfülltes Leben», sagt er. Ein Chirurg, der seinen Beruf als Dienst versteht, nicht als Handwerk.
Die Klinikleitung hat er vor etwa drei Jahren an seine Tochter Gloria übergeben, die Betriebswirtschaft und Kommunikation studiert hat. Werner Mang selbst operiert kaum noch. Sein Sohn Thomas hat eine eigene Karriere als Innenarchitekt in München aufgebaut — über ihn sagt Mang: «Er verdient seine erste Million schneller als ich damals.»
Pilger und Prediger
Seit seiner aktiven Zeit als Chirurg hat Werner Mang einen anderen Weg eingeschlagen: den Jakobsweg. Er läuft den Camino de Santiago als gläubiger Katholik — nicht als Tourist, sondern als spirituelle Praxis. Schweigen, Bewegung, tägliche Abendgebete. Was er dort gefunden hat, trägt er inzwischen auch in die Öffentlichkeit.
Am 18. Februar 2026 hielt er eine Fastenpredigt in der Wallfahrtskirche auf dem Berg Bussen in Oberschwaben — dem «Heiligen Berg Oberschwabens». Er wählte die Bergpredigt als Leitmotiv: «Die Ideale der Bergpredigt sind angesichts weltweiter Konflikte und Tragödien aktueller denn je.» Ein ungewöhnlicher Auftritt für einen Mann, dessen Name die meisten mit Skalpell und Lindau verbinden.
Wer Werner Mang nur als Schönheitschirurgen kannte, erlebt hier jemanden, der im Ruhestand nicht aufhört, Bedeutung zu suchen — und sie auf der Kanzel findet. Auf Medicsingles treffen sich Ärztinnen und Ärzte, die diesen Zug kennen: einen Beruf, der so zur Identität gehört, dass man ihn auch nach dem letzten Dienst weiterträgt.
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