Werner Mang hat jahrzehntelang Nasen geformt und Falten geglättet. Im Februar 2026 stand er nicht im Operationssaal, sondern auf einer Kirchenkanzel. Er hielt die Fastenpredigt auf dem Berg Bussen in Oberschwaben.
Werner Mang auf der Kanzel des Berg Bussen
Am 18. Februar 2026 predigte Werner Mang in der Wallfahrtskirche auf dem Berg Bussen, der oft als "Heiliger Berg Oberschwabens" bezeichnet wird. Der 76-jährige Schönheitschirurg nahm die Bergpredigt zum Leitmotiv: "Die Ideale der Bergpredigt sind angesichts weltweiter Konflikte und Tragödien aktueller denn je." Ein ungewöhnlicher Ort für einen Mann, dessen Name die meisten mit Lindau und Skalpellen verbinden.
Mang gilt seit Jahren als "Gesichtschirurg der Reichen und Schönen". Er gründete die Bodenseeklinik in Lindau, die im deutschsprachigen Raum zu den größeren Häusern für ästhetische Chirurgie zählt. Vor etwa drei Jahren übergab er die klinische Leitung an seine Tochter Gloria, die Betriebswirtschaft und Kommunikation studiert hat. Werner Mang selbst operiert kaum noch.
Der Pilger hinter dem Chirurgen
Mang läuft seit Jahren den Camino de Santiago. Nicht als Tourist, sondern als gläubiger Katholik, für den Schweigen und Bewegung zur spirituellen Praxis gehören. Abendgebete sind Teil seines Alltags. Die Predigt auf dem Bussen war keine PR-Aktion, sondern Ausdruck dessen, was er privat seit Jahren lebt.
Für ihn ist Schönheitschirurgie kein oberflächliches Geschäft. "Ich nehme den Menschen Druck, damit sie innerlich zufrieden werden. Das ist die Grundlage für ein erfülltes Leben", sagt er. Der Kanzel-Auftritt passt zu diesem Bild von Arbeit: Chirurgie als Dienst, Glaube als Rahmen.






