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karriere2026-06-27

Facharzt-Gehalt 2026: Was Fachärzte wirklich verdienen

Was verdient ein Facharzt 2026? Nach TV-Ärzte/VKA beginnt die Entgeltgruppe II bei 7.404 € brutto — mit Bereitschaftsdiensten sind reale Jahresbruttolöhne von 95.000 bis 130.000 € erreichbar. Dazu der Vergleich: Klinik vs. Niederlassung mit 160.000 bis 220.000 € Jahresüberschuss vor Steuern.

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Was verdient ein Facharzt netto im Monat?

Mit dem TV-Ärzte/VKA-Grundgehalt von 7.404 € brutto in Stufe 1 (EG II) landen Fachärzte je nach Steuerklasse und Krankenversicherung bei rund 4.000 bis 4.500 € netto monatlich. Wer regelmäßig Bereitschaftsdienste leistet, kommt auf ein reales Jahresbrutto von 95.000 bis 130.000 € — das entspricht einem Jahres-Netto von etwa 55.000 bis 75.000 €. In der Höchststufe (9.509 € Grundgehalt nach rund 13 Jahren) steigt das Netto noch einmal deutlich.

Mit der Facharztanerkennung ändert sich nicht nur der Titel auf dem Türschild — das Gehalt springt spürbar an. Wer den langen Weg durch Studium und Weiterbildung hinter sich hat, steht plötzlich auf einer anderen Stufe des Tarifvertrags. Wie viel das konkret bedeutet, was Bereitschaftsdienste dazu beitragen und warum der Vergleich mit der Niederlassung tricky ist: das alles steht hier, mit den aktuellen Zahlen aus Januar 2026.

Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf das Facharzt-Gehalt. Den vollständigen Überblick über alle Karrierestufen — Assistenzarzt bis Chefarzt — bietet der Artikel Arzt-Gehalt Übersicht.

Was ein Facharzt nach TV-Ärzte/VKA 2026 verdient

Der maßgebliche Tarifvertrag für die meisten Klinikärzte ist der TV-Ärzte/VKA, verhandelt vom Marburger Bund. Seit Januar 2026 gilt folgende Entgelttabelle für Entgeltgruppe II — die Facharzt-Stufe:

StufeGrundgehalt brutto/MonatOrientierungswert
Stufe 17.404 €Einstieg nach Facharztanerkennung
Höchststufe9.509 €nach ca. 13 Jahren Berufserfahrung in EG II

Quelle: Marburger Bund TV-Ärzte/VKA, Stand Januar 2026

Zum Vergleich: Ein Assistenzarzt in Stufe 1 (EG I) verdient 5.722 € brutto. Der Wechsel in die Facharztgruppe bringt also sofort rund 1.700 € mehr im Monat — bei gleichbleibender Dienststelle, gleichem Haus. Das macht die Facharztanerkennung zu einem der relevantesten Gehaltssprünge im ärztlichen Karriereverlauf.

Die nächste Stufe nach dem Facharzt ist der Oberarzt: Oberarzt-Gehalt beginnt in EG III mit 9.460 € brutto — also knapp unterhalb der Facharzt-Höchststufe.

Der Weg zur Facharztanerkennung: Zeitaufwand und Fächervergleich

Ein Facharztgehalt gibt es nicht zum Nulltarif. Die Weiterbildungszeit ist je nach Fachrichtung lang:

  • Allgemeinmedizin: 5 Jahre
  • Innere Medizin: 5 Jahre
  • Anästhesiologie: 5 Jahre
  • Chirurgie: bis zu 6 Jahre (je nach Schwerpunkt)

Das sind die Richtwerte der Bundesärztekammer für die jeweilige Facharztweiterbildung. Dazu kommt das Medizinstudium selbst: 6 Jahre Regelstudienzeit plus Staatsexamen. Wer mit dem Studium beginnt und ohne Unterbrechung die Weiterbildung durchzieht, trägt nach frühestens 11 bis 12,5 Jahren den Facharzt-Titel.

Das ist lang — und erklärt, warum die Entgeltgruppe II mit dem Gehaltssprung verbunden ist. Die Facharztanerkennung ist kein bürokratischer Schritt, sondern das Ergebnis eines strukturierten Weiterbildungsprogramms mit eigenem Curriculum, Logbuch und abschließender Prüfung durch die Landesärztekammer.

Was während dieser Zeit auf dem Konto eingeht, erklärt der Artikel Assistenzarzt-Gehalt im Detail.

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Reales Jahresbrutto: Was Bereitschaftsdienste dazubringen

Das Grundgehalt ist eine Seite. Die andere sind Bereitschaftsdienste — und die bleiben auch als Facharzt ein relevanter Gehaltsblock. Wer als Facharzt in der Klinik tätig ist, übernimmt Hintergrunddienste, Rufbereitschaft oder — je nach Abteilung — weiterhin aktive Bereitschaftsdienste.

Das reale Jahresbrutto eines Facharzts mit regulärer Dienstbelastung liegt bei:

95.000 bis 130.000 € brutto im Jahr

Je nach Stufenlaufzeit (Stufe 1 vs. höhere Stufen) und Häufigkeit der Dienste. Wer in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation als Facharzt tätig ist und viele aktive Dienste übernimmt, kommt an die obere Grenze. Ein Facharzt in einer Abteilung mit wenig Rufbereitschaft und niedrigerer Stufe liegt entsprechend weiter unten.

Zur Einordnung: Der Assistenzarzt-Vergleich zeigt, wie groß die Lücke zum Facharztniveau wirklich ist — Assistenzarzt-Gehalt im Überblick.

Klinik vs. Niederlassung: Zwei Einkommensmodelle

Das Facharzt-Gehalt in der Klinik ist verlässlich kalkulierbar — Tarifvertrag, Stufenaufstieg, definierte Dienstzulagen. Die Niederlassung funktioniert völlig anders.

Angestellt in der Klinik (TV-Ärzte/VKA)

Verlässlicher Rahmen, transparente Stufenaufstiege, soziale Absicherung durch Arbeitgeber. Das Grundgehalt steigt automatisch mit der Betriebszugehörigkeit innerhalb der Entgeltgruppe. Bereitschaftsdienste sind tariflich geregelt und werden klar vergütet. Für Fachärzte ohne Risikobereitschaft oder mit Präferenz für planbare Rahmenbedingungen ist das die sichere Wahl.

Niedergelassener Facharzt

Laut Statistischem Bundesamt erzielen niedergelassene Fachärzte im Median rund 160.000 bis 220.000 € Jahresüberschuss vor Steuern — je nach Fach, Standort und Kassenanteil. Am unteren Ende liegen Allgemeinärzte, am oberen Ende Spezialisten: Radiologie, Anästhesiologie, Augenheilkunde.

Diese Zahlen klingen nach deutlich mehr als das Klinik-Grundgehalt. Aber: Es handelt sich um den Jahresüberschuss vor Steuern, nicht um das Netto-Einkommen. Davon gehen ab:

  • Betriebskosten der Praxis (Miete, Personal, Medizintechnik, Verbrauchsmaterial)
  • Kranken- und Pflegeversicherung (Selbstständige zahlen den vollen Beitrag selbst)
  • Altersvorsorge (kein Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung)
  • Haftpflichtversicherung (Praxisbetrieb)

Der direkte Vergleich zwischen dem Klinik-Netto eines Facharzts und dem Praxis-Überschuss funktioniert deshalb nicht. Wer die Niederlassung wählt, übernimmt unternehmerisches Risiko — und hat die Chance auf höheres Einkommen, aber auch auf Planungsaufwand und variable Einnahmen.

Angestellt im MVZ

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) bieten einen Mittelweg: angestellte Tätigkeit ohne eigenes Investitionsrisiko, oft mit geregelten Arbeitszeiten. Das Gehalt liegt typischerweise zwischen Klinik-Tariflohn und klassischer Niederlassungsperspektive.

Stufenaufstieg und was ihn bremst

Das Facharzt-Gehalt in EG II wächst mit der Betriebszugehörigkeit — aber nicht automatisch mit jedem Arbeitgeberwechsel. Die Stufenlaufzeit wird hausspezifisch bewertet. Wer alle drei Jahre die Klinik wechselt, riskiert, immer wieder in niedrigeren Stufen anzufangen.

Ein Facharzt, der in derselben Einrichtung bleibt und die Höchststufe nach rund 13 Jahren erreicht, verdient mit 9.509 € Grundgehalt deutlich mehr als ein gleich langer tätiger Kollege mit häufigen Wechseln in niedrigeren Stufen. Beim Wechsel lohnt es sich, die Stufenanerkennung explizit zu verhandeln — viele Arbeitgeber übernehmen Berufserfahrungsjahre ganz oder teilweise.

Was kommt nach dem Facharzt?

Die nächste Stufe im Tarifgefüge ist EG III — Oberarzt mit einem Einstiegsgehalt von 9.460 € brutto. Das liegt knapp unterhalb der Facharzt-Höchststufe, aber der Oberarzt bringt andere Vorteile: Führungsverantwortung, bessere Verhandlungsposition für die Niederlassung, und — je nach Einrichtung — mehr Gestaltungsspielraum in der Patientenversorgung.

Wer akademische Ambitionen hat, strebt auf dieser Stufe Habilitation und Professur an — beides setzt in der Regel einen längeren Klinikweg an einer Universitätsklinik voraus. Dort gilt der TV-Ärzte/TdL (Tarifvertrag der Länder), dessen Grundgehälter leicht unter dem VKA-Niveau liegen.

Facharzt — Beruf und Partnerschaft

Ein Facharzt zu sein bedeutet nicht nur fachliche Tiefe und ein verlässlicheres Gehalt — es bedeutet auch Schichtdienste, emotionalen Druck und Wochen, in denen der Tagesrhythmus kaum planbar ist. Wer das kennt, sucht oft jemanden, der denselben Alltag versteht. Unter medicsingles.de finden Singles aus dem Gesundheitswesen Gleichgesinnte — Menschen, für die Beruf kein Randthema ist, sondern ein Teil dessen, wer sie sind.


Fakten und Quellen: Marburger Bund TV-Ärzte/VKA Entgelttabellen (Stand Januar 2026); Bundesärztekammer (Weiterbildungszeiten); aerztestellen.aerzteblatt.de; Statistisches Bundesamt (Niederlassungseinkommen). Interne Links: Arzt-Gehalt Übersicht · Assistenzarzt-Gehalt · Oberarzt-Gehalt.

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Das Wichtigste

  • Facharzt-Grundgehalt TV-Ärzte/VKA 2026: 7.404 € brutto in Stufe 1 bis 9.509 € in der Höchststufe (EG II) — ein Anstieg von rund 1.700 € gegenüber dem Assistenzarzt-Einstiegsgehalt.
  • Mit Bereitschaftsdiensten liegt das reale Jahresbrutto bei 95.000 bis 130.000 € — die Dienstbelastung bleibt auch als Facharzt ein wichtiger Gehaltsblock, der über das reine Grundgehalt hinausgeht.
  • Niedergelassene Fachärzte erzielen laut Statistischem Bundesamt im Median 160.000 bis 220.000 € Jahresüberschuss vor Steuern — je nach Fach und Standort stark unterschiedlich und nicht direkt mit dem Klinik-Netto vergleichbar.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Medicsingles Magazin

Tommy Honold

Gründer & Dating-Experte

Meisterkoch, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit medicsingles.de Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten zusammen, die wissen, wie Schichtdienst und emotionale Last wirklich wiegen.

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