Mit der Facharztanerkennung ändert sich nicht nur der Titel auf dem Türschild — das Gehalt springt spürbar an. Wer den langen Weg durch Studium und Weiterbildung hinter sich hat, steht plötzlich auf einer anderen Stufe des Tarifvertrags. Wie viel das konkret bedeutet, was Bereitschaftsdienste dazu beitragen und warum der Vergleich mit der Niederlassung tricky ist: das alles steht hier, mit den aktuellen Zahlen aus Januar 2026.
Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf das Facharzt-Gehalt. Den vollständigen Überblick über alle Karrierestufen — Assistenzarzt bis Chefarzt — bietet der Artikel Arzt-Gehalt Übersicht.
Was ein Facharzt nach TV-Ärzte/VKA 2026 verdient
Der maßgebliche Tarifvertrag für die meisten Klinikärzte ist der TV-Ärzte/VKA, verhandelt vom Marburger Bund. Seit Januar 2026 gilt folgende Entgelttabelle für Entgeltgruppe II — die Facharzt-Stufe:
| Stufe | Grundgehalt brutto/Monat | Orientierungswert |
|---|---|---|
| Stufe 1 | 7.404 € | Einstieg nach Facharztanerkennung |
| Höchststufe | 9.509 € | nach ca. 13 Jahren Berufserfahrung in EG II |
Quelle: Marburger Bund TV-Ärzte/VKA, Stand Januar 2026
Zum Vergleich: Ein Assistenzarzt in Stufe 1 (EG I) verdient 5.722 € brutto. Der Wechsel in die Facharztgruppe bringt also sofort rund 1.700 € mehr im Monat — bei gleichbleibender Dienststelle, gleichem Haus. Das macht die Facharztanerkennung zu einem der relevantesten Gehaltssprünge im ärztlichen Karriereverlauf.
Die nächste Stufe nach dem Facharzt ist der Oberarzt: Oberarzt-Gehalt beginnt in EG III mit 9.460 € brutto — also knapp unterhalb der Facharzt-Höchststufe.
Der Weg zur Facharztanerkennung: Zeitaufwand und Fächervergleich
Ein Facharztgehalt gibt es nicht zum Nulltarif. Die Weiterbildungszeit ist je nach Fachrichtung lang:
- Allgemeinmedizin: 5 Jahre
- Innere Medizin: 5 Jahre
- Anästhesiologie: 5 Jahre
- Chirurgie: bis zu 6 Jahre (je nach Schwerpunkt)
Das sind die Richtwerte der Bundesärztekammer für die jeweilige Facharztweiterbildung. Dazu kommt das Medizinstudium selbst: 6 Jahre Regelstudienzeit plus Staatsexamen. Wer mit dem Studium beginnt und ohne Unterbrechung die Weiterbildung durchzieht, trägt nach frühestens 11 bis 12,5 Jahren den Facharzt-Titel.
Das ist lang — und erklärt, warum die Entgeltgruppe II mit dem Gehaltssprung verbunden ist. Die Facharztanerkennung ist kein bürokratischer Schritt, sondern das Ergebnis eines strukturierten Weiterbildungsprogramms mit eigenem Curriculum, Logbuch und abschließender Prüfung durch die Landesärztekammer.
Was während dieser Zeit auf dem Konto eingeht, erklärt der Artikel Assistenzarzt-Gehalt im Detail.







