Drogenbeauftragter Hendrik Streeck hat am Weltnichtrauchertag 2026 eine klare Forderung: Zigaretten und E-Zigaretten müssen deutlich teurer werden — und die Mehreinnahmen sollen direkt ins Gesundheitssystem fließen.
Tabaksteuer als Prävention: Streecks Rechnung
Höhere Preise sind kein Zufall, sondern Strategie. Das ist die Kernthese, mit der Hendrik Streeck am 31. Mai 2026 an die Öffentlichkeit ging. Der Virologe und Bundesdrogenbeauftragte forderte, den Preis für Zigaretten und Vapes spürbar anzuheben. Sein Argument: Wer sich Nikotin nicht mehr leisten kann oder will, fängt oft gar nicht erst an — besonders bei Jugendlichen.
Die Zahlen geben ihm Anlass zur Sorge. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit veröffentlichte zum Weltnichtrauchertag neue Daten: 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchten 2025 — verglichen mit 6,1 Prozent im Jahr 2021. Der Anstieg ist deutlich, der Trend beschleunigt sich. Besonders E-Zigaretten und Nikotinbeutel ziehen Jugendliche an, die klassische Zigaretten nie angefasst hätten.
Was Streeck mit den Mehreinnahmen will
Hendrik Streeck macht deutlich: Die Tabaksteuer darf nicht zum stillen Haushaltsloch werden. Er fordert eine Zweckbindung — Mehreinnahmen sollen der Prävention und dem Gesundheitssystem zugutekommen, nicht dem Bundesfinanzminister. Die Formel lautet: Wer durch Nikotin krank wird, soll durch Nikotinsteuern mitfinanzieren, was seine Behandlung kostet.
Diese Position ist nicht unumstritten. Branchenverbände werfen Streeck vor, Daten des Bundesinstituts für Risikobewertung falsch dargestellt zu haben, als er 13 Inhaltsstoffe in E-Zigaretten als gesundheitsgefährdend bezeichnete. Streeck hält an seinen Forderungen fest.
Arzt und Politiker: Zwei Rollen, ein Mandat
Was Streecks Forderungen Gewicht verleiht, ist seine Doppelrolle. Er ist Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie, Direktor des Virologieinstituts der Universität Bonn — und seit 2025 CDU-Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen.
Der Weg vom Corona-Virologen, den viele aus Talkshows kennen, zum Gesundheitspolitiker war konsequent: Streeck hält nicht nur Diagnosen bereit, sondern setzt auf politisches Handeln. Das macht ihn zur ungewöhnlichsten Figur unter Deutschlands Promi-Ärzten — jemand, der Rezepte nicht nur ausstellt, sondern als Gesetze formuliert.
Alle Hintergründe zur politischen Karriere: Hendrik Streeck — Virologe und Drogenbeauftragter. Überblick: Promi-Ärzte Deutschland.






