DGTHG-Jahrestagung und Schwerpunkttagungen
Die DGTHG-Jahrestagung im Februar ist das größte Jahresereignis des Fachs und der zentrale Anker für das Junge Forum. Hier laufen Sessions zu Weiterbildungsfragen, junge Forschung wird präsentiert, Wet Labs ergänzen das Programm. Daneben organisiert die DGTHG Schwerpunkttagungen zu spezielleren Themenfeldern — auch dort hat das Junge Forum eigene Programm-Slots.
Wer in der DGTHG-Welt jung ankommen will, plant deshalb mindestens zwei Kongressbesuche pro Jahr ein: Jahrestagung im Februar plus eine Schwerpunkttagung passend zum eigenen Interesse.
Zwischen den Kongressen läuft der Austausch des Jungen Forums DGTHG erfahrungsgemäß stark über die Facebook-Community "Junges Forum DGTHG". Hier werden Termine geteilt, Stellenausschreibungen kommuniziert, kurze fachliche Fragen besprochen. Anders als manche Junge Foren, die rein über Mailing-Listen und Vereinsstrukturen arbeiten, ist das DGTHG-Forum auf Social Media offen sichtbar.
Das niedrigschwellige Online-Format kompensiert teilweise die fehlende lokale Stammtisch-Struktur — flächendeckende DGTHG-Stadtstammtische gibt es nicht.
Was das für Mediziner-Singles bedeutet
Die Herzchirurgie-Community ist klein. Wer in dem Fach jung unterwegs ist, kennt nach einer DGTHG-Jahrestagung den Großteil seiner Generation persönlich. Für gezieltes fachliches Netzwerken ist das ein enormer Vorteil; für regelmäßige private Vernetzung im Alltag muss man jenseits des Fachs schauen.
Drei Realitäten für junge Herzchirurg:innen:
- DGTHG-Jahrestagung im Februar ist Pflicht — fachlich und sozial.
- Wet Labs sind nicht nur Hands-on-Training, sondern auch der dichteste Begegnungsraum mit anderen Berufseinsteiger:innen.
- Für lokale Begegnungen sind reguläre Ärztestammtische und Marburger-Bund-Runden die natürlichere Ergänzung.
Wie du dich anschließen kannst
Drei Schritte:
- Mitglied werden. Über dgthg.de — Anbindung des Jungen Forums läuft über die DGTHG-Mitgliedschaft.
- Jahrestagung im Februar einplanen. Wet Lab im Programm anmelden, Sessions des Jungen Forums besuchen.
- Facebook-Community beitreten. Über die Suche nach "Junges Forum DGTHG" — laufender Austausch zwischen den Kongressen.
Wer fachübergreifend vernetzen will, schaut sich ergänzend die anderen Jungen Fachgesellschaften der Chirurgie an — Hand- und Plastische Chirurgie sind die thematisch nächsten Nachbarn.
Herzchirurgie als Berufswelt: Realität für Berufseinsteiger:innen
Die Herzchirurgie ist eines der wenigen chirurgischen Fächer, in dem schon die Wahl der Weiterbildungsstelle die spätere Karriere stark vorzeichnet. Wenige große Zentren in Deutschland decken den Großteil der Eingriffe ab, die Anzahl Weiterbildungsstellen pro Jahrgang ist überschaubar, und die Bindung an das Zentrum, in dem man ausgebildet wird, ist oft langfristig.
Genau in diesem Kontext sind Wet Labs und DGTHG-Sessions für Berufseinsteiger:innen mehr als nur Fortbildung — sie sind die wichtigste Form vorausgehender Selbstprüfung. Wer am Schweineherz oder am Simulator merkt, dass das Fach passt, geht mit höherer Sicherheit in die Bewerbungsphase. Wer merkt, dass es nicht passt, hat eine wertvolle Information, bevor man fünf Jahre Weiterbildung anfängt.
Mission Herzchirurgie und die Multiprofessionalität
In jüngeren DGTHG-Verlautbarungen und Pressekommunikation ("Mission Herzchirurgie") wird der Nachwuchsdiskurs zunehmend mit dem Thema Multiprofessionalität verknüpft. Junge Kolleg:innen kommen heute nicht mehr nur klassisch über Innere oder Allgemeinchirurgie ins Fach, sondern aus verschiedenen Vorerfahrungen — und sie arbeiten von Anfang an in interdisziplinären Teams mit Kardiolog:innen, Anästhesist:innen und spezialisiertem Pflegepersonal.
Das Junge Forum DGTHG ist hier kein politischer Akteur im klassischen Sinn, aber durch seine Präsenz auf den Tagungen und in der DGTHG-Kommunikation eine sichtbare Vertretung dieser jüngeren, multiprofessionell denkenden Generation. Für Berufseinsteiger:innen mit klarer Identifikation mit dem Fach ist das ein guter Andockpunkt.
Forschung und wissenschaftliche Sichtbarkeit
Innerhalb der DGTHG-Strukturen hat das Junge Forum eine vergleichsweise lange wissenschaftliche Spur: Schon ab den frühen 2010er Jahren erschienen Publikationen aus dem Jungen Forum, unter anderem Assistenzärzt:innen-Befragungen zur Weiterbildungsrealität. Diese Linien laufen bis heute weiter und schaffen ein konkretes Sichtbarkeitsformat für junge Kolleg:innen, die früh wissenschaftlich publizieren möchten.
Für Berufseinsteiger:innen ist das ein nützlicher Nebenkanal: Wer im Jungen Forum aktiv mitarbeitet, kommt vergleichsweise unkompliziert an wissenschaftliche Erst- oder Mitautorenschaften — ein klarer Vorteil im kompetitiven Bewerbungsfeld der Herzchirurgie, in dem Veröffentlichungen früh erwartet werden.
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