DGPRÄC-Kongress als Haupttreffpunkt
Der mit Abstand wichtigste Anlass für junge Plastische Chirurg:innen ist der DGPRÄC-Jahreskongress. Standorte wechseln jährlich; die Auflage 2025 fand vom 25. bis 27. September 2025 in Leipzig statt. Auf dem Kongress hat das Junge Forum eigene Sessions, in denen Weiterbildungsthemen, junge Forschung und Karrierewege im Fach präsentiert werden.
Anders als auf einem Großkongress wie DKOU oder Internistenkongress kennt man auf dem DGPRÄC-Kongress nach einem Besuch oft schon einen Großteil der jungen Szene persönlich. Das ist Stärke und Eigenheit des Fachs zugleich: kleiner Personenkreis, persönliche Begegnungen, hohe Bindung.
Mitgliedschaft und Engagement
Voraussetzung für die Arbeit im Jungen Forum ist eine DGPRÄC-Mitgliedschaft. Die DGPRÄC-Mitgliedschaft ist gegenüber freien BJÄ-Mitgliedschaften nicht kostenfrei — sie ist an die Beitragsstruktur der Fachgesellschaft gebunden.
Wer aktiv mitarbeiten möchte, nimmt am einfachsten direkt Kontakt über jungesforum@dgpraec.de auf oder spricht die aktuellen Kommissionsmitglieder auf dem nächsten Kongress an. Die Kommission besteht aus einer überschaubaren Gruppe gewählter junger Kolleg:innen — der Einstieg läuft meist über vorhandene Engagementinteressen plus Kongress-Präsenz.
Was das Junge Forum DGPRÄC für Singles bedeutet
Die Plastische Chirurgie ist ein vergleichsweise kleines Fach, mit zugleich vergleichsweise ausgeglichenem Geschlechterverhältnis in jüngeren Jahrgängen. Für Singles in diesem Fach ergeben sich daraus drei Realitäten:
- Der DGPRÄC-Kongress ist überproportional wichtig. Ein Kongressbesuch bedeutet faktisch, einen großen Teil der jungen Plastik-Szene Deutschlands persönlich zu treffen.
- Lokale Stammtische speziell für junge Plastische Chirurg:innen sind selten — es lohnt sich, ergänzend reguläre Mediziner-Stammtische oder Marburger-Bund-Runden in der eigenen Stadt zu nutzen.
- Fachübergreifender Austausch über die anderen Jungen Fachgesellschaften der Chirurgie — von Handchirurgie bis MKG — ergänzt das engere DGPRÄC-Netz.
Wie du dich anschließen kannst
Drei Schritte:
- DGPRÄC-Mitglied werden. Mitgliedschaftsantrag über dgpraec.de.
- DGPRÄC-Kongress im Herbst besuchen. Junge-Forum-Sessions im Programm suchen, Vortragende ansprechen, am Abendprogramm teilnehmen.
- Kommissionsinteresse signalisieren. Über jungesforum@dgpraec.de oder direkt vor Ort beim Jungen Forum.
Wer regional ergänzend Anschluss sucht, findet über die Ärztestammtisch-Übersicht Marburger-Bund-Runden und fachübergreifende Mediziner-Treffen in jeder größeren Stadt.
Schnittstelle rekonstruktive und ästhetische Chirurgie
Das DGPRÄC-Fach hat zwei deutliche Schwerpunkte: Rekonstruktion (Verbrennungsversorgung, Tumornachsorge, Mikrochirurgie, Handchirurgie) und Ästhetik. Junge Kolleg:innen müssen früh entscheiden, welcher Schwerpunkt in der Weiterbildung dominiert — und beide Schwerpunkte haben sehr unterschiedliche Klinik-Settings und Karriere-Trajektorien. Das Junge Forum DGPRÄC adressiert beide Seiten und sorgt dafür, dass beide Subgruppen im Vorstandsdialog sichtbar bleiben.
Praktisch heißt das: Auf dem DGPRÄC-Kongress laufen Sessions zur Rekonstruktion und zur Ästhetik parallel, das Junge Forum bündelt junge Perspektiven aus beiden Welten in eigenen Programm-Slots. Für angehende Plastische Chirurg:innen ist das eine seltene Gelegenheit, beide Karrierewege gleichzeitig kennenzulernen, bevor man sich später festlegt.
In der Weiterbildung selbst ist die Rotation zwischen rekonstruktiven und ästhetischen Inhalten meist klinikspezifisch organisiert. Manche Häuser legen den Schwerpunkt auf Verbrennungsversorgung und Mikrochirurgie, andere stärker auf ästhetische Eingriffe und Tumornachsorge. Das Junge Forum gibt darüber Auskunft, welche Klinik welche Schwerpunkte tatsächlich abdeckt — eine Information, die sich aus offiziellen Weiterbildungsbeschreibungen oft nicht ableiten lässt.
Anbindung an Nachbarfächer
Plastische Chirurgie überschneidet sich stark mit der Handchirurgie (über die Zusatzbezeichnung) und mit der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (über die Bezeichnung "Plastische Operationen"). Wer sich frühzeitig fachübergreifend vernetzt, hat einen klaren Karrierevorteil: Hospitationen, Forschungskooperationen und spätere Stellenwechsel ergeben sich oft über diese Nachbarbeziehungen.
Für Berufseinsteiger:innen heißt das konkret: Neben dem DGPRÄC-Kongress lohnt sich der jährliche Besuch mindestens eines Nachbarkongresses — DGH-Jahrestagung für die Handchirurgie-Schnittstelle, DGMKG für die maxillofaziale Achse. Wer in diesen drei Welten parallel sichtbar ist, baut innerhalb von zwei bis drei Jahren ein tragfähiges deutschlandweites Netz auf. In einem kleinen Fach wie der Plastischen Chirurgie kann genau dieses Netz später karriereentscheidend sein, etwa bei Stellenwechseln zwischen Häusern mit unterschiedlichen Schwerpunkten oder bei Bewerbungen auf Oberarzt-Positionen.
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