Foto: © Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
In der dritten Charité-Staffel bekommt die Geschichte des Berliner Universitätsklinikums ein politisches Gesicht — und Franz Hartwig gibt ihr eines, das man nicht so schnell vergisst.
Dr. Curt Bruncken: Freiheit unter DDR-Bedingungen
Die dritte Staffel der ARD-Serie Charité spielt im Sommer 1961, wenige Wochen vor dem Mauerbau. Das Klinikum lag damals buchstäblich auf der Grenze zwischen Ost-Berlin und dem westlichen Sektor — ein Umstand, der für Ärzte und Pflegekräfte alltägliche Entscheidungen zu existenziellen Fragen machte. In diesem Spannungsfeld bewegt sich Dr. Curt Bruncken, gespielt von Franz Hartwig.
Bruncken ist ein fiktiver Charakter — keine historische Person, sondern eine Dramaturgie-Entscheidung der Macher um Drehbuchautorin Dorothee Schön. Als selbstbewusster, praktisch denkender Chirurg mit ausgeprägtem Freiheitswillen steht er der jungen Ärztin Ella Wendt (Nina Gummich) nahe und verkörpert eine Haltung, die das System damals offiziell nicht vorsah: persönliche Eigenständigkeit. Hartwig spielt diese Figur ohne Pathos. Bruncken zweifelt nicht laut, er handelt.
Vom Dresdner Theater zum Grimme-Preis
Franz Hartwig wurde 1986 in Dresden geboren und studierte von 2006 bis 2010 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Schon während der Ausbildung trat er am bat-Studiotheater auf, nach dem Abschluss wurde er festes Mitglied des Ensembles der Schaubühne am Lehniner Platz — einem der renommiertesten Sprechtheater des deutschsprachigen Raums, wo er bis 2014 arbeitete.
International wurde er früh sichtbar: Im Thriller A Most Wanted Man (2014) spielte er eine Nebenrolle neben Philip Seymour Hoffman. Den Durchbruch im deutschen Fernsehen brachte Die deutsch-österreichische Sky-Krimiserie Der Pass (2018–2019), in der er Gregor Ansbach verkörpert — einen Serienkiller mit unheimlicher Mischung aus Charme und Bedrohlichkeit. Für diese Rolle erhielt er 2020 den Grimme-Preis in der Kategorie Schauspiel, einen der angesehensten deutschen Fernsehpreise.
Was nach der Charité kam
Der Grimme-Preis und die Charité-Rolle haben Hartwig als Charakterdarsteller positioniert, der glaubwürdig über verschiedene Genres und Epochen hinweg funktioniert. 2021 übernahm er im Docudrama Der grosse Fake — Die Wirecard-Story (RTL/TV Now) die Rolle des flüchtigen Ex-Wirecard-Vorstands Jan Marsalek — eine Figur, die bis heute als einer der spektakulärsten Wirtschaftskriminellen Deutschlands gilt.
2025 war er in der Serie Cassandra zu sehen. Im selben Jahr erschien der Kinofilm Die Stille am Ende der Nacht, in dem Hartwig die Hauptrolle des Jasper Sievers spielt — ein weiterer Beleg dafür, dass er sich nicht auf ein festes TV-Profil festlegen lässt. Für Medicsingles-Leserinnen und -Leser, die Hartwigs Arbeit über die Charité hinaus kennenlernen wollen, ist Der Pass der empfohlene Einstieg.
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Quellen: ARD/Das Erste Charité Staffel 3 Pressemitteilung, Grimme-Institut Preisträger 2020, fernsehserien.de Filmografie Franz Hartwig, liebenswert-magazin.de Charité Cast, IMDB Franz Hartwig.

