Von Frankfurt nach Berlin — ein Weg über die Ernst Busch
Mala Emde wurde am 9. September 1995 in Frankfurt am Main geboren. Schon früh zog es sie zur Schauspielerei, und nach dem Abitur bewarb sie sich an einer der angesehensten Schauspielschulen Deutschlands: der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Das Studium schloss sie 2019 ab — zu einem Zeitpunkt, an dem ihre Karriere bereits Fahrt aufgenommen hatte.
Noch während der Ausbildung drehte sie 2018 «303» mit Regisseur Hans Weingartner. Das Roadmovie, in dem sie die Studentin Jule spielt, die auf dem Weg nach Portugal den Tramper Jan trifft, traf einen Nerv: ehrlich, leise, ohne falschen Glamour. Der Film lief monatelang in den Kinos und machte Emde schlagartig bekannt — nicht als Leinwandfigur, sondern als Schauspielerin mit eigener Handschrift.
2020 folgte die nächste große Herausforderung: In «Und morgen die ganze Welt» von Julia von Heinz spielt sie Luisa, eine junge Jurastudentin, die sich einer Antifa-Gruppe anschließt und dabei an die Grenzen von Ideologie und Gewalt stößt. Der Film wurde auf den Filmfestspielen in Venedig gezeigt und für den Deutschen Filmpreis nominiert — den Emde 2021 als Beste weibliche Nebenrolle gewann. Eine frühe Auszeichnung, die ihr Gewicht hat.
Anni Waldhausen — eine junge Ärztin in der Charité 1943
Bereits 2019, im Abschlussjahr ihres Studiums, übernahm Mala Emde eine der zentralen Rollen in der zweiten Staffel der ARD-Historienproduktion «Charité». Die Serie, die auf echten Persönlichkeiten und historischen Ereignissen basiert, verlegt die Handlung in ihrer zweiten Staffel ins Jahr 1943 — mitten in den Zweiten Weltkrieg, mitten in das Berlin der NS-Herrschaft.
Emde spielt Anni Waldhausen, eine junge Ärztin an der Berliner Charité, die unter Professor Sauerbruch ihr Examen ablegt. Um sie herum: verletzte Soldaten, Ärzte unter Druck, Widerstandskämpfer im Verborgenen und ein System, das jeden Gedanken der Menschlichkeit zu ersticken droht. Annis Weg durch diese Zeit ist kein Heldinnennarrativ — sie zweifelt, sie irrt, sie sucht. Genau darin liegt die Stärke der Darstellung: Emde vermeidet das Überzeichnete und lässt stattdessen das Schweigen, den Blick, die kleinen Gesten sprechen.
Die Rolle verlangte intensive Recherche und eine physische Präsenz, die weit über das Auswendiglernen von Text hinausging. Das Ergebnis war eine der dichtesten Leistungen der Staffel — und ein Beleg dafür, dass Emde auch im historischen Fach zuhause ist.
Privates und Gegenwart
Über ihr Privatleben spricht Mala Emde selten und mit Bedacht. Sie lebt in Berlin, arbeitet projektweise, und wählt ihre Rollen erkennbar nach inhaltlichen Kriterien: gesellschaftlich relevante Stoffe, Figuren mit echten inneren Konflikten, Produktionen, die etwas zu sagen haben. Beim Deutschen Fernsehpreis 2024 war sie nominiert — ein weiteres Zeichen dafür, dass ihre Karriere konsequent nach vorne zeigt.
In einer Branche, in der Schnelligkeit oft mehr zählt als Substanz, gehört Mala Emde zu den Schauspielerinnen, die sich Zeit lassen. Das zahlt sich aus.


