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Nina Kunzendorf, deutsche Schauspielerin, bei einer Preisverleihung
Charité

Nina Kunzendorf

Nina Kunzendorf ist eine der vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation. Einem breiten Publikum wurde sie als Kommissarin Conny Mey im Tatort Frankfurt bekannt, doch ihr Repertoire reicht vom psychologischen Kinofilm bis zur historischen Serienrolle. In der ARD-Historieserie «Charité» verkörperte sie in Staffel 3 die reale Ärztin Dr. Ingeborg Rapoport — eine Pionierin der Neonatologie, die erst mit 102 Jahren ihren Doktortitel verteidigen durfte.

© JCS / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Schauspielerin · geboren 10. November 1971 in Mannheim

Vollständiger NameNina Kunzendorf
Geburtstag10. November 1971
GeburtsortMannheim, Baden-Württemberg
AusbildungErnst Busch — Hochschule für Schauspielkunst, Berlin (Abschluss 1997)
Bekannteste TV-RolleKriminalhauptkommissarin Conny Mey im Tatort Frankfurt (HR/ARD, 2011–2013)
Rolle in «Charité»Dr. Ingeborg Rapoport, Staffel 3 (ARD/MDR, 2021) — Handlung im Berlin der frühen 1960er-Jahre
Historisches VorbildDie echte Ingeborg Rapoport (1912–2017) war jüdisch-deutsch-amerikanische Neonatologin, wurde 1938 von den Nazis am Doktorat gehindert und verteidigte es erst 2015, mit 102 Jahren
Wichtigster Kinofilm«Was nützt die Liebe in Gedanken» (2004) — Goldener Bär-Berlinale-Wettbewerb, Regie Achim von Borries
Grimme-Preis2012 für die Rolle der Conny Mey im Tatort Frankfurt (zudem Goldene Kamera 2012)
TheaterarbeitDeutsches Theater Berlin, Burgtheater Wien, Schaubühne Berlin
WohnortBerlin

Vom Theater zur Krimiserie — ein Weg über Umwege

Nina Kunzendorf wuchs in Lemgo in Nordrhein-Westfalen auf und entschied sich früh für die Bühne. Nach dem Abitur bewarb sie sich an der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst in Berlin, einer der renommiertesten Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum. Das Studium schloss sie 1997 ab — und damit begann eine Laufbahn, die Theater, Kino und Fernsehen gleichermaßen umfasst.

Ihre ersten großen Auftritte hatte sie am Deutschen Theater Berlin und später an der Schaubühne sowie am Burgtheater Wien. Die Theaterbühne blieb über Jahre ihr Hauptfeld, doch das Kino kam früh dazwischen: 2004 spielte sie in «Was nützt die Liebe in Gedanken» von Regisseur Achim von Borries — ein psychologisch dichtes Jugend-Kriminaldrama, das im Berlinale-Wettbewerb lief und damals für Furore sorgte. Dass ihr Gesicht ab diesem Zeitpunkt einem breiteren Publikum bekannt war, ließ den nächsten Schritt nur folgerichtig erscheinen.

Tatort Frankfurt und der Grimme-Preis

Der Tatort ist seit Jahrzehnten das meistgesehene Krimi-Format im deutschen Fernsehen — und nicht jedes Team hinterlässt bleibenden Eindruck. Das Frankfurter Duo schon. Seit 2014 ermittelt Nina Kunzendorf als Kriminalhauptkommissarin Anna Janneke an der Seite von Wolfram Koch (als Paul Brix). Die Chemie zwischen den beiden Figuren, ihre oft schweigsame Intensität und die sozialkritischen Drehbücher machten den HR-Tatort zu einem der diskutierten im ARD-Verbund.

Bereits 2011 hatte Kunzendorf eine der wichtigsten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen erhalten: den Grimme-Preis Spezial, gemeinsam mit Regisseur Rainer Kaufmann und Kollegin Marie Bäumer. Der Preis würdigt Schauspieler, die das Medium Fernsehen in seiner Qualität und Glaubwürdigkeit voranbringen — kein schlechtes Urteil für eine Schauspielerin, die vom Theater kommt.

Charité Staffel 3: Dr. Ingeborg Rapoport und ein historisches Unrecht

Die ARD-Historieserie «Charité» hat mit ihrer dritten Staffel (2021) einen thematischen Sprung in die frühen 1960er-Jahre unternommen: Berliner Mauer, geteilte Stadt, der Alltag an der bekanntesten deutschen Universitätsklinik in einer Zeit des Umbruchs. Mittendrin: Dr. Ingeborg Rapoport, gespielt von Nina Kunzendorf.

Das historische Vorbild ist außergewöhnlich. Die echte Ingeborg Rapoport (1912–2017) war jüdisch-amerikanisch-deutscher Herkunft und gehört zu den Begründerinnen der modernen Neonatologie — der Medizin für Neugeborene. 1938 legte sie in Hamburg ihre Doktorarbeit über Diphterie vor. Die mündliche Prüfung wurde ihr aufgrund der Nürnberger Gesetze verweigert. Sie emigrierte, arbeitete in den USA und später in der DDR, wo sie die Neonatologie als Fachgebiet mitaufbaute. Und dann, im Jahr 2015, verteidigte Ingeborg Rapoport im Alter von 102 Jahren ihre Dissertation an der Universität Hamburg — offiziell, öffentlich, 77 Jahre nach dem erzwungenen Abbruch. Der Fall ging um die Welt.

Nina Kunzendorf trägt diese Geschichte in der Serie: eine Frau, die in einem durch Ideologie und Mauern gespaltenen System ihren Platz als Ärztin und Wissenschaftlerin behauptet. Die Rolle verbindet medizinische Pionierarbeit mit den Brüchen des 20. Jahrhunderts — und passt damit genau in das, was «Charité» staffelübergreifend zeigen will: wie Medizin und Politik einander durchdringen, und was das für die Menschen bedeutet, die heilen wollen.

Charité-Übersicht

Das Wichtigste

  • Nina Kunzendorf verkörpert in «Charité» Staffel 3 die reale Ärztin Dr. Ingeborg Rapoport — eine Pionierin, die 1938 von den Nazis um ihren Doktortitel gebracht wurde und ihn erst mit 102 Jahren verteidigen durfte. Die Rolle verbindet Medizingeschichte mit dem Unrecht des Nationalsozialismus.
  • Als Tatort-Kommissarin Conny Mey war Kunzendorf von 2011 bis 2013 fester Bestandteil der deutschen Krimi-Landschaft — das Frankfurter Team stand für Tiefgang statt Action.
  • Mit dem Grimme-Preis 2012, Theaterarbeit an der Schaubühne und dem Berlinale-Film «Was nützt die Liebe in Gedanken» belegt Kunzendorf, dass sie weit mehr ist als ein TV-Gesicht.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Medicsingles Magazin

Tommy Honold

Gründer & Dating-Experte

Meisterkoch, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit medicsingles.de Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten zusammen, die wissen, wie Schichtdienst und emotionale Last wirklich wiegen.

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