Aus einer Theaterfamilie auf die großen Bühnen
Hendrikje Fitz wurde am 15. September 1961 in Frankfurt am Main geboren — in eine Familie, in der die Bühne zum Alltag gehörte. Ihr Vater Peter Fitz und ihre Mutter Ute Fitz waren beide Schauspieler, ihr Bruder Florian Fitz sollte später ebenfalls eine Karriere im Schauspiel einschlagen. So war das Theater für Hendrikje kein fremdes Terrain, sondern von Kindheit an ein vertrauter Ort.
Ihr erstes Engagement trat sie 1981 an der Freien Volksbühne Berlin an. Es folgten Jahre intensiver Theaterarbeit an verschiedenen Häusern: am Schauspiel Bonn, am Mittelsächsischen Theater in Freiberg, am Theater Vorpommern in Greifswald sowie an Bühnen in Düsseldorf, Köln und Hamburg. Diese Stationen formten sie zu einer Schauspielerin, die ihr Handwerk von Grund auf verstand — mit Substanz, Genauigkeit und echter Bühnenpräsenz.
Der Sprung ins Fernsehen kam 1998, als Hendrikje Fitz die Rolle der Physiotherapeutin Pia Heilmann in der neuen ARD-Arztserie «In aller Freundschaft» übernahm. Was als ein Engagement unter vielen begann, wurde zur Rolle ihres Lebens.
Pia Heilmann — fast zwei Jahrzehnte Herz einer Serie
Pia Heilmann war keine Ärztin, keine Chefin, keine Karrierefrau im klassischen Sinne des Fernsehens. Sie war die Frau an der Seite von Chefarzt Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann) — aber das im besten Sinne: klug, warmherzig, mit fester innerer Haltung und einem ruhigen Humor, der die Serie im richtigen Moment erden konnte. Hendrikje Fitz gab dieser Figur etwas, das man schwer benennen kann und doch sofort spürt: echte Wärme.
Von der ersten Staffel an war Pia ein Anker in der Welt der Sachsenklinik. Während Ärzte kamen und gingen, Schicksale sich häuften und die medizinischen Fälle wechselten, blieb Pia — verlässlich, menschlich, präsent. Über die Jahre wurde sie zu einer der meistgeliebten Figuren der Sendung, die regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte.
Hendrikje Fitz spielte Pia Heilmann 18 Jahre lang, bis zu ihrem Tod im April 2016. Die Abschiedsfolge, die das Produktionsteam nach ihrem Ableben gestaltete, trug der Figur — und der Schauspielerin — mit großer Sorgfalt Rechnung.
Krankheit, Würde und ein bleibendes Vermächtnis
Im August 2014 erhielt Hendrikje Fitz die Diagnose Brustkrebs. Sie entschied sich, offen damit umzugehen — nicht als Bühne, sondern aus aufrichtigem Bewusstsein, dass ihre Bekanntheit vielen Betroffenen Mut geben konnte. Sie unterzog sich einer Operation und einer Chemotherapie; Anfang 2015 schienen die Chancen gut zu stehen.
Im Herbst 2015 kehrte die Krankheit zurück, diesmal unheilbar. Hendrikje Fitz verbrachte die verbleibende Zeit so, wie sie gelebt hatte: ruhig, mit Haltung, ohne Lärm. Am 7. April 2016 starb sie in Berlin im Alter von 54 Jahren.
Sie hinterließ eine Tochter, über die sie stets diskret geschwiegen hatte — ein letzter Akt der Fürsorge für das, was ihr am meisten bedeutete.
Ihr Engagement für die Stiftung German Doctors, die sie in den letzten Monaten ihres Lebens unterstützte, zeigt, dass sie auch angesichts der eigenen Endlichkeit noch helfen wollte. Dieses Bild bleibt: eine Frau, die mit ihrer Krankheit keinen Raum für Mitleid ließ, sondern für Mut.
«In aller Freundschaft» ehrte Hendrikje Fitz zum 10. Todestag im April 2026 erneut — ein Zeichen dafür, dass manche Menschen nicht nur Rollen hinterlassen, sondern Spuren.
Mehr News und Hintergründe zur Serie findest du in der In-aller-Freundschaft-Übersicht.
