„In aller Freundschaft" ist seit 1998 fester Teil des deutschen Fernsehabends — mit einer fiktiven Klinik in Leipzig, einem stabilen Stamm-Cast und Quoten, die viele Primetime-Shows blass aussehen lassen.
Die Serie und die Sachsenklinik
Am 26. Oktober 1998 lief die erste Folge von „In aller Freundschaft" im Ersten. Was damals als wöchentliche Arztserie startete, ist heute die erfolgreichste deutsche Krankenhausserie mit über 1.100 Folgen in 29 Staffeln — verlängert bis mindestens 2028.
Gedreht wird in der Media City Leipzig. Das fiktive Krankenhaus, in dem sich alles abspielt, trägt den Namen Sachsenklinik und ist so eng mit der Serie verwachsen, dass beide Namen längst austauschbar geworden sind. Produziert wird die Serie von Saxonia Media Filmproduktion im Auftrag der ARD-Degeto.
Das Konzept ist simpel und hält seit fast drei Jahrzehnten: medizinische Fälle, die einmal pro Woche aufgelöst werden, eingebettet in das Privatleben der Klinikbelegschaft. Keine Cliffhanger über Monate, keine komplizierten Mythologien. Das Publikum weiß, was es bekommt — und kommt deshalb wieder.
Die langjährigen Hauptdarsteller
Thomas Rühmann ist von der ersten Folge an dabei. Sein Dr. Roland Heilmann ist der Ankerpunkt der Serie: Chefarzt der Chirurgie, ruhig, zuverlässig, moralisch im Zweifel immer auf der richtigen Seite. Rühmann wurde am 11. Mai 1955 in Osterburg geboren und war vor der Serie vor allem als Theaterschauspieler bekannt. Die Sachsenklinik machte ihn zu einem der bekanntesten Gesichter der deutschen Fernsehmedizin.
Andrea Kathrin Löwig stieß ab Folge 41 im Juli 1999 zum Stamm-Cast. Ihre Figur Dr. Kathrin Globisch ist Oberärztin für Anästhesiologie und Leiterin der Schmerzambulanz. Was als kollegiale Freundschaft zu Dr. Heilmann begann, entwickelte sich im Lauf der Staffeln zu einer Liebesgeschichte — eine der langsamsten und folgerichtigsten der deutschen Seriengeschichte. Löwig blieb der Serie über 25 Jahre treu.
Alexa Maria Surholt war ebenfalls von Beginn an dabei. Ihre Figur Sarah Marquardt bekleidete zunächst den Posten der Verwaltungsdirektorin und übernahm ab Staffel 18 zeitweise die Leitung der gesamten Klinik. Surholt, geboren am 28. Januar 1968 in Erlangen, gibt der Sachsenklinik ihre administrative Stimme — und sorgt dafür, dass die Klinik auch wirtschaftlich als glaubwürdige Institution wirkt.
Ebenfalls fester Bestandteil der Serie war über viele Jahre Hendrikje Fitz, die bis zu ihrem Tod im Jahr 2021 die Rolle der Dr. Lea Peters spielte. Sie ist Teil der Geschichte der Serie, auch wenn ihr Name im aktuellen Cast nicht mehr auftaucht.
Erfolg und Bedeutung
Fünf bis sieben Millionen Zuschauer pro Dienstagabend sind für „In aller Freundschaft" keine Ausnahme, sondern die Regel. Doppelfolgen erreichten in der Vergangenheit bis zu 7,04 Millionen Zuschauer mit einem Marktanteil von rund 22,7 Prozent — Werte, die im deutschen Free-TV heute kaum noch eine Fiktion-Serie erzielt.
Was die Sachsenklinik von anderen Arztserien unterscheidet, ist die Beständigkeit. Kein vollständiger Cast-Austausch nach drei Staffeln, kein Format-Reset, keine Streaming-Verlagerung. Die Serie läuft im linearen Fernsehen, wöchentlich, verlässlich. Wer den Beruf in einer Klinik kennt, erkennt den Rhythmus: keine großen Versprechen, dafür immer da.
Auf Medicsingles sind genau die Menschen unterwegs, die diesen Alltag aus dem eigenen Beruf kennen — Ärztinnen, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte, Rettungskräfte. Die Sachsenklinik ist dabei keine perfekte Welt, aber eine vertraute: Dienste, Entscheidungen unter Druck, Kolleginnen und Kollegen, die irgendwann mehr werden.
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Serien-Fakten: ARD/Das Erste „In aller Freundschaft" (seit 26.10.1998), Saxonia Media Filmproduktion; Quellen: Wikipedia DE, DWDL.de, tvmovie.de, joyn.de
