Radiologe, Rückenarzt und unbequemer Aufklärer
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer hat sich in fast vier Jahrzehnten als Radiologe und Rückenmediziner einen Namen gemacht, der weit über Fachkreise hinausreicht. Als Bruder von Rockstar Herbert Grönemeyer ist er einem breiten Publikum bekannt — doch sein Ruf als Arzt trägt er auf eigene Rechnung. Seit Jahrzehnten behandelt er Rückenerkrankungen, schreibt Sachbücher, tritt im Fernsehen auf und erklärt komplizierte Medizin so, dass Laien sie verstehen.
Was ihn von anderen TV-Ärzten unterscheidet: Er redet Klartext, auch wenn es unbequem wird. Pauschale Schlaf-Empfehlungen lehnt er ab — er selbst kommt nach eigenen Angaben mit fünf bis sechs Stunden aus. Entscheidend sei, was dem einzelnen Menschen wirklich guttut. Diese Haltung zieht sich durch seine gesamte Arbeit: weg von starren Regeln, hin zum Menschen dahinter.
Demenz trifft die eigene Familie — und verändert alles
Mit seinem 2025 beim Penguin Verlag erschienenen Buch «Demenz» betrat Grönemeyer ungewohntes Terrain. Nicht als sachlicher Experte, sondern als betroffener Sohn: Beide Elternteile erkrankten an Demenz. Eine Erfahrung, die ihn als Mediziner und als Menschen erschütterte.
Im WDR-Promitalk «Hier und heute» sprach er im Oktober 2025 offen darüber — selten persönliche Einblicke von einem Arzt, der sonst eher für nüchterne Fakten steht. Auch beim MDR Riverboat und der BR Abendschau wiederholte er seine Botschaft: Ein würdevoller Umgang mit Demenzkranken wiegt schwerer als medizinische Perfektion.
Das Buch ist kein trockenes Medizinwerk. Es zeigt, wie sich das Demenzrisiko mit kleinen Schritten senken lässt — Bewegung, Ernährung, Entspannung, Schlaf. Vor allem aber ist es ein Plädoyer für Empathie gegenüber Erkrankten und ihren Angehörigen. Grönemeyers persönliche Betroffenheit macht den Unterschied.
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