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Pflege-Azubi übt am Demonstrationsbett in Pflegeschule, helles Lernlabor — keine realen Personen erkennbar
karriere2026-06-11

Krankenschwester Ausbildung 2026: Pflegefachfrau/-mann werden

„Krankenschwester" ist die Alltagssprache – offiziell heißt der Beruf seit 2020 Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Drei Jahre, generalistisch, dual: Klinik, Altenpflege und Kinderkrankenpflege in einem Abschluss. Alle Fakten zur Ausbildung 2026 – Vergütung, Träger, Vertiefungen, Übernahme.

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Ist die generalistische Pflegeausbildung das Richtige für mich?

Wenn du in der Pflege arbeiten willst, ist die Antwort fast immer ja. Mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann bist du nach drei Jahren in Klinik, Altenpflege und Kinderkrankenpflege einsetzbar – kein anderer Pflegeberuf gibt dir diese Breite. Die Ausbildungsvergütung liegt im öffentlichen Dienst ab Mai 2026 bei rund 1.490 Euro brutto im ersten Lehrjahr. Nach der Ausbildung starten die meisten Träger mit TVöD-P P7, das bedeutet zwischen 3.510 und 4.305 Euro brutto monatlich – plus Schichtzuschläge. Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass Übernahmequoten im Pflegebereich sehr hoch sind.

„Krankenschwester" sagt fast jeder – aber das ist seit 2020 kein Berufsabschluss mehr. Wer heute die Ausbildung beginnt, schließt als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab. Das Pflegeberufegesetz hat drei alte Einzelberufe in einem generalistischen Berufsbild zusammengeführt. Was das für die Ausbildung bedeutet, was sie kostet, wer sie anbietet und was danach kommt – hier steht es, mit aktuellen Zahlen für 2026.

„Krankenschwester" und „Pflegefachfrau" – was ist der Unterschied?

Die kurze Antwort: Es ist derselbe Beruf, aber mit zwei verschiedenen Bezeichnungen aus zwei verschiedenen Epochen.

Bis 2020 gab es in Deutschland drei separate Pflegeberufe mit eigenem Abschluss:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in (die frühere „Krankenschwester")
  • Altenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Seit dem 1. Januar 2020 gilt das Pflegeberufegesetz (PflBG). Alle drei Berufe wurden zu einem zusammengeführt: Pflegefachfrau (weiblich) und Pflegefachmann (männlich) ist der neue einheitliche Abschluss. Wer vorher ausgebildet wurde, behält seinen Abschluss – er ist weiterhin gleichwertig anerkannt.

Die Alltagssprache hinkt hinterher. Suchanfragen wie „Krankenschwester Ausbildung" bleiben weit verbreitet, weil der Begriff seit Jahrzehnten tief verankert ist. Gemeint ist: die Pflegefachfrau-Ausbildung nach PflBG. Der entscheidende Unterschied zum alten Berufsbild ist die Generalistik – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Aufbau der Pflegefachkraft-Ausbildung: generalistisch und dual

Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist dual organisiert: Pflegeschule und Ausbildungsbetrieb wechseln sich ab. Der Ausbildungsträger kann eine Klinik, ein Pflegeheim, ein ambulanter Pflegedienst oder eine Fachschule mit eigenen Kooperationsbetrieben sein.

Die ersten zwei Jahre: vollständig generalistisch

Alle Auszubildenden – egal wo sie ausgebildet werden – durchlaufen Pflichteinsätze in allen drei Pflegebereichen:

  • Klinik (stationär, Akutversorgung)
  • Altenpflege (Pflegeheime, ambulante Dienste)
  • Kinderkrankenpflege (Kinderstationen, Neonatologie)

Das ist der Kern der Reform: Niemand wird nur auf einen Bereich spezialisiert, bevor der Abschluss da ist. Wer in einem Klinikum ausgebildet wird, lernt trotzdem Altenpflege kennen – und umgekehrt.

Das dritte Jahr: generalistisch oder Vertiefung

Im dritten Ausbildungsjahr gibt es eine Entscheidung. Sie muss bereits im Ausbildungsvertrag festgelegt werden:

  • Generalistisch weitermachen → Abschluss: Pflegefachfrau / Pflegefachmann (berechtigt in allen Pflegebereichen)
  • Vertiefung Altenpflege → Abschluss: Altenpfleger/in
  • Vertiefung Gesundheits- und Kinderkrankenpflege → Abschluss: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Die meisten Auszubildenden wählen den generalistischen Weg – er öffnet alle Türen und ist inzwischen der Standard.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium, Pflegeberufegesetz (PflBG) vom 17. Juli 2017, in Kraft getreten am 1. Januar 2020; Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Ausbildungsreport Pflege.

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Ausbildungsträger: Wer bildet aus?

Es gibt drei Wege, in die Pflegefachkraft-Ausbildung einzusteigen:

1. Klinik oder Krankenhaus als Hauptträger: Der häufigste Weg. Die Klinik schließt den Ausbildungsvertrag, du absolvierst die meisten Praxiseinsätze dort. Für die gesetzlichen Pflichteinsätze in Altenpflege und Kinderkrankenpflege kooperiert die Klinik mit externen Einrichtungen.

2. Pflegeheim oder ambulanter Dienst: Möglich, aber seltener. Einsätze in der Klinik werden über Kooperationsverträge abgedeckt. Wer langfristig in der stationären oder ambulanten Altenpflege bleiben will, kann so direkt an der richtigen Basis anfangen.

3. Pflegeschule als koordinierender Träger: Manche Bundesländer und Fachschulen bieten Modelle, bei denen die Schule als Hauptträger fungiert und alle Praxiseinsätze koordiniert. Weniger verbreitet, aber vorhanden.

Die Pflegeschule läuft parallel zur Praxis – theoretische Grundlagen, Pflegewissenschaft, Recht, Anatomie. Berufsschulunterricht ist verpflichtend, meist in Blockform oder wöchentlichen Schultagen.

Ausbildungsvergütung TVAöD Pflege 2026

Im öffentlichen Dienst gilt der TVAöD – Besonderer Teil Pflege. Nach dem Änderungstarifvertrag Nr. 18 vom 6. April 2025 gelten ab Mai 2026 folgende Sätze:

LehrjahrAusbildungsvergütung brutto/Monat
1. Lehrjahrca. 1.490 €
2. Lehrjahrgestaffelt höher (TVAöD-Tabelle)
3. Lehrjahrgestaffelt höher (TVAöD-Tabelle)

Zusätzlich gibt es nach bestandener Abschlussprüfung eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie vermögenswirksame Leistungen von 13,29 Euro monatlich.

Private und freigemeinnützige Träger orientieren sich häufig am TVAöD, können aber abweichen. Bei kirchlichen Trägern (Caritas, Diakonie) gelten eigene Arbeitsvertragsrichtlinien, die oft nah am TVAöD liegen. Vor Vertragsunterzeichnung lohnt ein direkter Vergleich.

Quellen: BMI, TVAöD-BT Pflege Lesefassung; Änderungstarifvertrag Nr. 18 vom 6. April 2025.

Voraussetzungen für die Pflegefachfrau-Ausbildung

Das Pflegeberufegesetz schreibt Mindestvorrausetzungen vor:

  • Mittlerer Schulabschluss (Realschule oder gleichwertig)
  • oder: Hauptschulabschluss + abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung
  • oder: Hauptschulabschluss + abgeschlossene Ausbildung zur Pflegehilfe (mindestens ein Jahr)
  • Gesundheitliche Eignung – fast alle Träger verlangen ein ärztliches Attest

In der Praxis bevorzugen viele Kliniken und Pflegeeinrichtungen mittlere Reife oder höher. Wer Abitur oder Fachhochschulreife mitbringt, kann nach der Ausbildung direkt ein Pflegestudium anschließen.

Persönlich wichtig: Empathie, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und ein grundlegendes Verständnis für körperliche Pflege. Wer körperliche Nähe und Grundpflege (Waschen, Lagern, Mobilisation) scheut, sollte das vorher wissen.

Ein Vorpraktikum ist nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Die meisten Träger bieten Orientierungspraktika oder Schnuppertage an – das hilft beiden Seiten.

Einsatzfelder nach dem Abschluss

Der generalistische Abschluss öffnet alle drei Pflegebereiche:

Krankenhaus und Klinik: Normalstationen, Chirurgie, Innere Medizin, Intensivstation, Notaufnahme, OP-Pflege. Dreischichtbetrieb ist Standard. Hohe Patientendichte, enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten.

Altenpflege: Stationäre Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Tagespflege, Palliativpflege. Langfristigere Beziehungen zu Bewohnern und Patientinnen. Die körperliche Belastung durch Transfers und Grundpflege ist hoch, der Rhythmus oft planbarer als in der Klinik.

Kinderkrankenpflege: Kinderstationen, Neonatologie, pädiatrische Intensivstationen, Kinderhospize. Kommunikation mit Eltern und Bezugspersonen ist ein wesentlicher Teil der Arbeit. Wer die Vertiefung gewählt hat, ist hier besonders gefragt.

Den vollständigen Überblick über Einsatzfelder, Schichtalltag und Karrierewege gibt das Berufsbild Pflegefachkraft.

Übernahme und Berufseinstieg

Die Übernahmequoten nach der Pflegefachkraft-Ausbildung sind strukturell hoch. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist kein vorübergehendes Phänomen – er ist demografisch bedingt und wird in den nächsten Jahren zunehmen. Ausgebildete Pflegefachkräfte werden aktiv gesucht.

Die meisten Ausbildungsträger bieten nach der Abschlussprüfung eine Übernahme an – oft schon vor der Prüfung. Wer nach der Ausbildung wechseln oder in einem anderen Pflegebereich anfangen möchte, hat in der Regel keine Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden.

Eingruppierung nach Abschluss (TVöD-P):

EntgeltgruppeVoraussetzungEinstieg brutto/Monat (ca.)
P7Pflegefachkraft ohne Fachweiterbildungca. 3.510 €
P8Pflegefachkraft mit Fachweiterbildunghöher, je nach Stufe

Ausführliche Gehaltszahlen mit allen Stufen und Zuschlagsberechnungen: Pflegefachkraft-Gehalt TVöD 2026.

Karrierewege nach der Ausbildung

Der Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ist kein Endpunkt.

Fachweiterbildungen dauern 18 bis 24 Monate, meist berufsbegleitend. Anerkannte Schwerpunkte: Intensivpflege und Anästhesie, Onkologische Pflege, Psychiatrische Pflege, Palliativpflege, Notfallpflege. Voraussetzung ist meist zweijährige Berufspraxis im jeweiligen Bereich. Mit abgeschlossener Fachweiterbildung steigt die TVöD-P-Eingruppierung typischerweise auf P8.

Praxisanleitung (PA): 300 Stunden Weiterbildung, berechtigt zur offiziellen Anleitung von Auszubildenden. Seit der PflBG-Reform für alle Ausbildungsträger Pflicht – PA-Kräfte sind entsprechend gefragt.

Stationsleitung / Pflegedienstleitung: Führungspfade mit eigenen Weiterbildungen. Stationsleitung: 180 bis 460 Stunden. Pflegedienstleitung: bis zu 720 Stunden. Beide Wege sind im öffentlichen Dienst in der Regel mit P9 oder höher eingruppiert.

Pflegestudium (B.Sc.): Möglich direkt nach der Ausbildung oder primärqualifizierend. Öffnet Advanced Practice Nursing, Pflegewissenschaft, Hochschullehre und höhere Leitungsfunktionen.

Pflege und Partnersuche

Dreischichtbetrieb ist der Normalfall. Frühschicht am Wochenende, Nachtschicht an Feiertagen, freier Mittwoch, wenn alle arbeiten – wer das nicht kennt, versteht die Logik nicht. Viele Pflegekräfte suchen deshalb Partner, die denselben Alltag kennen: ähnlicher Rhythmus, ähnliches Verständnis für emotionalen Aufwand nach einem schwierigen Dienst.

Medicsingles.de bringt Menschen aus Medizin und Pflege zusammen – weil gemeinsame Berufserfahrung keine Kleinigkeit ist.

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Das Wichtigste

  • Die Pflegefachfrau-Ausbildung dauert drei Jahre und ist generalistisch: Klinik, Altenpflege und Kinderkrankenpflege sind alle Teil der Ausbildung. Im dritten Jahr ist eine Vertiefung möglich – der Abschluss gilt trotzdem in allen Pflegebereichen.
  • TVAöD-Vergütung ab Mai 2026: rund 1.490 Euro brutto im ersten Lehrjahr. Nach dem Abschluss steigt man in TVöD-P P7 ein – das sind 3.510 bis 4.305 Euro brutto monatlich, plus Schichtzuschläge für Nacht (20 %) und Sonntag (25 %).
  • Übernahmequoten im Pflegebereich sind hoch. Fachweiterbildungen (Intensiv, Anästhesie, Onkologie) erhöhen die Eingruppierung auf TVöD-P P8 oder höher und öffnen spezialisierte Karrierewege.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Medicsingles Magazin

Tommy Honold

Gründer & Dating-Experte

Meisterkoch, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit medicsingles.de Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten zusammen, die wissen, wie Schichtdienst und emotionale Last wirklich wiegen.

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