Pflegehelfer, Altenpflegehelfer, Pflegeassistent — die Berufsbezeichnungen variieren je nach Bundesland und Träger, die Gehaltsfrage ist dieselbe. Was steht im Tarifvertrag, was sichert der Pflegemindestlohn, und wo liegt der echte Unterschied zwischen einer Stelle ohne Ausbildung und einer mit abgeschlossenem Helferabschluss?
Dieser Artikel zeigt die genauen Zahlen — TVöD-P P5 und P6 ab Mai 2026, den neuen Pflegemindestlohn ab Juli 2026, die Wirkung von Schichtzuschlägen und den konkreten Weg nach oben.
TVöD-P P5 und P6: Die maßgeblichen Entgeltgruppen
Im öffentlichen Dienst gilt für Pflegehilfskräfte der TVöD — Besonderer Teil Pflege und Betreuungseinrichtungen (TVöD-P). Die Eingruppierung hängt davon ab, ob eine anerkannte Berufsausbildung vorliegt.
Entgeltgruppe P5 gilt für Hilfskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung in der Pflege. P6 greift, sobald eine anerkannte einjährige Ausbildung vorliegt — also für Altenpflegehelfer, Pflegeassistenten oder vergleichbare Abschlüsse, die nach Landesrecht geregelt sind.
Die Werte ab 1. Mai 2026:
| Stufe | P5 Brutto/Monat | P6 Brutto/Monat |
|---|---|---|
| Stufe 1 | 2.907,18 € | 3.012,49 € |
| Stufe 2 | 3.146,33 € | 3.187,41 € |
| Stufe 3 | 3.216,62 € | 3.363,47 € |
| Stufe 4 | 3.334,09 € | 3.737,95 € |
| Stufe 5 | 3.422,22 € | 3.833,41 € |
| Stufe 6 | 3.629,25 € | 4.013,41 € |
Quelle: TVöD-P Entgelttabelle ab 01.05.2026; sozial-karriere.de / medi-karriere.de
Der Stufenaufstieg folgt der Betriebszugehörigkeit. Wer bereits Berufserfahrung beim selben Träger mitbringt, kann je nach Anerkennungsregelung in einer höheren Stufe einsteigen — das ist Verhandlungssache vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrags. Wichtig: Wer zwischen Trägern wechselt, beginnt in der Regel wieder in Stufe 1, es sei denn, der neue Arbeitgeber erkennt die Vorerfahrung an.
Der Unterschied zwischen P5 und P6 ist am Anfang überschaubar — rund 105 Euro brutto monatlich in Stufe 1. Aber der Abstand wächst: In Stufe 6 liegt P6 fast 384 Euro über P5. Wer die 1-jährige Ausbildung nachholen kann, lässt sonst dauerhaft bares Geld liegen.
Pflegemindestlohn ab Juli 2026: Die gesetzliche Untergrenze
Neben dem TVöD gibt es eine zweite relevante Bezugsgröße für Pflegehilfskräfte: den Branchenmindestlohn Pflege, der für alle Pflegebetriebe in Deutschland gilt — unabhängig davon, ob sie tarifgebunden sind.
Ab 1. Juli 2026 gelten laut Bundesgesundheitsministerium (PM vom 25.11.2025) folgende Sätze:
- Ungelernte Pflegehilfskräfte (ohne Qualifikation): 16,52 Euro pro Stunde — entspricht bei Vollzeit (167 Stunden/Monat) rund 2.800 Euro brutto monatlich
- Qualifizierte Pflegehilfskräfte (1-jährige Ausbildung): 17,80 Euro pro Stunde — entspricht bei Vollzeit rund 3.018 Euro brutto monatlich
Das sind Mindestgrenzen. Im öffentlichen Dienst liegt die Bezahlung nach TVöD-P P5/P6 klar darüber. Relevant ist der Mindestlohn vor allem bei privaten Trägern ohne Tarifbindung — dort ist er die Untergrenze, von der aus nach oben verhandelt wird.
Wer das Jobangebot eines privaten Pflegeheims oder ambulanten Dienstes ohne Tarifbindung bekommt, sollte den Stundenlohn direkt gegen den Mindestlohn rechnen. Alles darunter ist rechtswidrig. Alles exakt auf Mindestlohn-Niveau ist möglich, aber verhandelbar.







