Christian Drosten leitet das Institut für Virologie an der Berliner Charité. Bekannt wurde er während der Corona-Pandemie als Erklärer im NDR-Podcast. Jetzt warnt die Charité öffentlich: Sein Gesicht taucht in Werbeanzeigen für Diabetes-Mittel und sogenannte "Gefäßreiniger" auf. Drosten weiß davon nichts, empfohlen hat er nichts davon.
Wie die Fake-Werbung funktioniert
Die Anzeigen laufen in News-Apps, auf Facebook und Instagram, teilweise auch auf Zeitungsseiten. Drosten erscheint dort scheinbar als Fürsprecher für Mittel gegen Diabetes Typ 2 oder für Präparate, die angeblich "die Gefäße reinigen". Beides ist medizinisch nicht belegt.
Technisch dahinter steckt meistens KI. Die Betrüger nehmen echtes Material aus TV-Interviews oder Pressekonferenzen und legen eine gefälschte Tonspur drüber. Lippenbewegungen werden angepasst, die Stimme nachgebaut. Wer nicht genau hinschaut, hält das für ein normales Interview.
Die Charité hat in einer Stellungnahme klargestellt, dass keines dieser Produkte mit Drosten in Verbindung steht.
Wer darauf reinfällt
Die Anzeigen zielen auf ältere Menschen, oft mit Diabetes, hohem Blutdruck oder Herzproblemen. Also genau die Gruppe, die eine seriöse Quelle braucht und einem bekannten Mediziner eher vertraut als einem Werbeplakat. Das ist der eigentliche Punkt der Masche, und auch das Unangenehme daran.
Die Verbraucherzentrale NRW dokumentiert solche Fälle seit über einem Jahr. Drosten ist nicht der einzige Betroffene; auch Eckart von Hirschhausen und Heinz-Wilhelm Esser tauchen regelmäßig in solchen Fake-Spots auf. Die Produkte selbst sind in der Regel nicht zugelassen, zum Teil zollrechtlich problematisch, und kosten gerne mal mehrere Hundert Euro im Abo.





