Eckart von Hirschhausen kämpft gegen seine digitalen Kopien — und macht daraus seinen persönlichsten Film.
Hirschhausen als unfreiwilliges Werbegesicht
Eckart von Hirschhausen empfiehlt keine Schmerzpflaster, keine Abnehmpillen und keine Erektionsmittel. Trotzdem tauchten in den vergangenen Monaten tausende Werbeanzeigen auf, in denen er genau das tat — mit seinem Gesicht, seiner Stimme, seinem vertrauten Auftreten. Produziert von KI, verbreitet über soziale Netzwerke, gerichtet an Menschen, die ihm vertrauen.
Die ARD-Dokumentation "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia", ausgestrahlt am 4. Mai 2026 im Ersten, macht diesen organisierten Betrug sichtbar. Hirschhausen geht darin selbst auf Spurensuche: Wer steckt hinter den Netzwerken, wie fließt das Geld, und wer sind die Opfer?
Identitätsdiebstahl und Rufmord
Was Hirschhausen als "Identitätsdiebstahl und Rufmord" bezeichnet, ist kein Einzelfall. Die Doku zeigt, wie systematisch bekannte TV-Gesichter als Aushängeschilder für fragwürdige Produkte missbraucht werden. Zielgruppe: ältere oder gesundheitlich vulnerable Menschen, die einem Arzt im Fernsehen vertrauen und nicht zwischen echten und gefälschten Videos unterscheiden können.
Warum Ärzte als Deepfake-Ziel besonders begehrt sind
Medizinische Autorität verkauft. Wer im TV als Arzt auftritt, dem schreibt das Publikum Glaubwürdigkeit zu — auch wenn die Werbung längst aus dem Kontext gerissen ist. Hirschhausen, seit Jahren das bekannteste Gesicht zwischen Medizin und Unterhaltung, ist für Betrüger eine ideale Projektionsfläche: hohe Bekanntheit, klares Vertrauensprofil, starke ARD-Bindung. Diese Kombination macht ihn zur beliebtesten Deepfake-Figur im deutschen Sprachraum.
Was die Doku über die Mafia-Strukturen zeigt
Neben der persönlichen Geschichte macht der Film die dahinterliegenden Strukturen sichtbar. Es geht nicht um Einzeltäter, sondern um organisierte Netzwerke mit klarer Arbeitsteilung — Video-Produktion, Werbeplatzierung, Produktversand. Hirschhausen fordert mehr Plattformhaftung, schnellere Löschmechanismen und eine klarere europäische Regulierung für KI-generierte Inhalte.
Der Film ist in der ARD Mediathek abrufbar. Das ausführliche Portrait zu Eckart von Hirschhausen gibt es unter Eckart von Hirschhausen. Eine Übersicht aller bekannten TV-Mediziner findet sich unter Promi-Ärzte Deutschland.






