Yael Adler ist Dermatologin, Bestseller-Autorin und seit 2026 Präsidentin der GSAAM. Wenn sie einen Trend als riskant einstuft, lohnt es sich zuzuhören. Ihr aktuelles Thema: Menschen, die den UV-Index gezielt nutzen, um möglichst schnell braun zu werden.
Warum dieser Trend gefährlich ist
Die Idee klingt auf den ersten Blick wie schlaues Zeitmanagement: Den UV-Index checken, die Stunden mit dem höchsten Wert für die Sonnenpause nutzen, maximale Bräune in minimaler Zeit. In sozialen Netzwerken kursiert dieses Konzept — und genau das bereitet Yael Adler Sorgen.
Ein hoher UV-Index bedeutet intensive UV-B-Strahlung. Diese verursacht Sonnenbrand und schädigt die DNA in Hautzellen — einer der Hauptauslöser von Hautkrebs. Jeder Mensch hat ein persönliches Sonnenkonto, das sich im Laufe des Lebens füllt. Sobald es erschöpft ist, steigt das Krebsrisiko. Sonnenbrand zu provozieren füllt dieses Konto schneller als fast alles andere.
Wie Yael Adler Sonnenschutz erklärt
Ab einem UV-Index von 3 empfiehlt Adler Sonnenschutz mit mindestens LSF 30, Kopfbedeckung und dicht gewebte Kleidung. Ab Index 6 sollte man die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden. Wer den höchsten Wert als optimales Zeitfenster zum Bräunen begreift, dreht diese Logik in ihr Gegenteil.
Besonders gefährdet sind Kinder, deren Hautschutz noch nicht vollständig entwickelt ist, sowie ältere Menschen — die Pigmentzellen nehmen pro Lebensjahrzehnt um zehn bis zwanzig Prozent ab. Auch Personen, die Medikamente wie Blutdrucksenker nehmen, sollten vorsichtig sein, da diese die Haut lichtempfindlicher machen können.
Sonnencreme großzügig auftragen bedeutet: rund drei Esslöffel für den ganzen Körper. Nach dem Schwimmen oder Schwitzen muss sie erneuert werden. Im Schatten kommen noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen an, durch Autofensterscheiben gelangt UV-A-Strahlung, die die Haut vorzeitig altern lässt.






