Die kurze Antwort: Die emotionale Belastung im Gesundheitswesen ist messbar hoch — Pflegekräfte sind laut AOK nahezu doppelt so häufig von Burnout betroffen wie andere Berufsgruppen, und psychische Erkrankungen verursachen mit durchschnittlich 28,5 Tagen pro Fall die längsten Fehlzeiten. Diese Erschöpfung endet nicht am Klinikausgang, sondern trifft die Beziehung dort, wo sie Zugewandtheit braucht. Der stärkste Schutz ist bewusste Selbstfürsorge plus ein Partner, der die Belastung kennt und einordnen kann.
Über Erschöpfung im Gesundheitswesen wird viel geklagt und selten gerechnet. Wir haben deshalb amtliche und verbandliche Statistik zur psychischen Belastung in Pflege und Medizin zusammengetragen und auf eine Frage hin ausgewertet: Was macht die berufliche Erschöpfung mit der Partnerschaft? Das Ergebnis ordnet ein, was viele als privates Versagen erleben.
Die Kurzfassung steht oben in den Kennzahlen. Was sie bedeuten, steht hier.
Die Erschöpfung ist keine Ausnahme, sondern die Regel
Der Ausgangspunkt ist eine deutliche Zahl. Nach Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK sind Pflegekräfte nahezu doppelt so häufig von Burnout betroffen wie Angehörige anderer Berufsgruppen. Steigende Arbeitsbelastung und unterbesetzte Teams treiben die Zahl psychischer Erkrankungen seit Jahren nach oben.
so häufig sind Pflegekräfte von Burnout betroffen wie andere Berufsgruppen — nahezu doppelt so oft.
Quelle: AOK / WIdO, Deutsches Ärzteblatt
Das betrifft nicht nur die Pflege. Auch Ärztinnen und Ärzte, besonders in operativen Fächern und in der Notfallmedizin, berichten überdurchschnittlich häufig von Erschöpfungszuständen. Die emotionale Arbeit mit kranken und sterbenden Menschen, kombiniert mit Personalmangel und Schichtdienst, macht das Gesundheitswesen zu einem der am stärksten belasteten Arbeitsfelder.
Wie lang die Erschöpfung nachwirkt
Wie tief die Belastung reicht, zeigen die Fehlzeiten. Psychische Erkrankungen verursachen laut AOK-Fehlzeiten-Report mit durchschnittlich 28,5 Tagen pro Fall die längsten Fehlzeiten aller Diagnosegruppen. Sie machen rund 12,5 Prozent aller Fehltage aus, und seit 2012 sind die psychisch bedingten Fehltage um etwa 48 Prozent gestiegen.
dauert eine psychische Erkrankung im Schnitt pro Fall — die längste Fehlzeit aller Diagnosen. Seit 2012 sind diese Fehltage um 48 Prozent gestiegen.
Quelle: AOK-Fehlzeiten-Report
Eine psychische Erschöpfung ist also nicht in ein paar Tagen erledigt. Sie zieht sich, sie kehrt wieder, und sie prägt den Alltag über Wochen. Genau in diesem Alltag findet auch die Beziehung statt.







