Dr. Carola Holzner, als Doc Caro bekannt, ist Oberärztin für Anästhesie und Intensivmedizin und seit 2022 mit ihrer Doku-Reihe "Doc Caro – Jedes Leben zählt" bei VOX zu sehen. Folge 8 lief am 10. Juni 2026 und führt sie an zwei sehr unterschiedliche Orte: ins verschneite Ischgl und in georgische Labore.
Wenn der Hubschrauber am Boden bleibt
In Ischgl trifft Doc Caro auf ein Szenario, das alpine Notärzte regelmäßig zermürbt: Sturm und Sichtverhältnisse erlauben keinen Hubschrauberstart. Eine verletzte Skifahrerin liegt auf 2300 Metern. Das Team muss den Transport bodengebunden organisieren, über vereiste Hänge, mit allem, was die Bergrettung mitschleppen kann. Wer schon einmal gesehen hat, wie sich so ein Einsatz in die Länge zieht, weiß: Das ist nicht der dramatische TV-Moment, das ist Routine unter schwierigen Bedingungen.
Zurück in der Notaufnahme: ein junger Mann, starke Unterbauchschmerzen, unklare Anamnese. Doc Caro arbeitet die Differentialdiagnose Schritt für Schritt durch — das ist der Teil der Folge, der zeigt, wie viel Notfallmedizin eigentlich Detektivarbeit ist.
Georgien und die Phagen
Multiresistente Keime sind das Problem, vor dem die WHO seit Jahren warnt. Wenn das letzte Reserveantibiotikum nicht mehr wirkt, wird es eng. Georgien forscht seit den 1920er Jahren an Bakteriophagen — Viren, die gezielt Bakterien angreifen. Das Eliava-Institut in Tiflis ist dabei so etwas wie das Zentrum dieser Forschungstradition, die im Westen lange als sowjetisches Nischenthema abgetan wurde.
Doc Caro besucht Labore, spricht mit Forschern und sieht sich an, wie Phagencocktails individuell für Patienten zusammengestellt werden. In Deutschland läuft das bisher nur über Heilversuche, die Zulassung fehlt. Für Patienten, bei denen Antibiotika nichts mehr ausrichten, ist Georgien manchmal die letzte Adresse.





