Foto: Ahoareau / Wikimedia Commons CC-BY-SA 4.0
Wer täglich in den Spiegel schaut, bemerkt irgendwann erste Falten. Wie schnell das passiert, hängt aber auch davon ab, was täglich auf dem Teller landet. Dr. Matthias Riedl, Ernährungs-Doc und ärztlicher Direktor des Medicums Hamburg, nennt die größten Schuldigen.
Was Matthias Riedl über Faltenbeschleuniger sagt
Die Haut altert laut Dermatologen schon ab dem 25. Lebensjahr. Zellen werden träger, die Kollagenproduktion lässt nach, die Spannkraft geht verloren. Was viele dabei vergessen: Die Ernährung spielt eine grössere Rolle, als man denkt.
Matthias Riedl macht in Interviews keinen Hehl daraus, welche Lebensmittel besonders schaden. Ganz oben auf seiner Liste steht Nikotin. Er sagt es deutlich: „Wir haben eine sehr viel stärkere Faltenbildung von gröberen Falten und feineren Falten. Man altert damit wirklich vom Gesichtsbild schlimmer." Auch Alkohol ist ein klarer Faltentreiber. Er entzieht der Haut Feuchtigkeit, erweitert die Blutgefässe, wirkt als Zellgift und fördert Entzündungen im Gewebe.
Fertigkost, Phosphate und der Zuckereffekt
Fertiggerichte liefern nach Einschätzung von Matthias Riedl schlicht nicht, was der Körper für eine gesunde Haut braucht: Vitamine, Spurenelemente, Antioxidantien. Stattdessen stecken in hochverarbeiteten Produkten oft künstliche Phosphate, etwa in Wurst, Schmelzkäse und Softdrinks, wo sie als Binde- und Säuerungsmittel dienen. Zu viele Phosphate schaden dem Gewebe und den Nieren.
Auch Zucker beschleunigt die Hautalterung. Der Prozess dahinter heisst Glykation, umgangssprachlich auch „Hautverzuckerung". Zuckermoleküle heften sich an Kollagenfasern, bilden sogenannte Zuckerendprodukte (AGEs) und lassen das Bindegewebe verhärten. Das Ergebnis: Falten, die früher und tiefer kommen als nötig.
Eine Studie der Erasmus-Universität Rotterdam mit über 2.700 Probanden aus dem Jahr 2018 hat diesen Zusammenhang bestätigt. Je gesünder die Ernährung, desto geringer der Faltenanteil im Gesicht. Besonders bei Frauen war der Effekt deutlich messbar.
Was im Alltag wirklich hilft
Matthias Riedl spricht eine Realität an, die viele in Medizin- und Pflegeberufen kennen. Schichtarbeit, Nachtdienste, wenig Zeit für frische Mahlzeiten. Wer unter solchen Bedingungen dauerhaft auf Fertigkost, Snacks und Zucker setzt, investiert ohne es zu wissen in ein schnelleres Altern. Schon kleine Umstellungen helfen: weniger Fertigprodukte, weniger Zucker, mehr Gemüse und genug Flüssigkeit. Das bremst die Hautalterung messbar.
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Quellen: Hamburger Abendblatt / Frankfurter Rundschau (Juni/April 2026), Erasmus-Universität Rotterdam (2018). Bild: Ahoareau / Wikimedia Commons CC-BY-SA 4.0.






