Ernährungs-Doc Matthias Riedl ist in einen Deepfake-Betrug verwickelt — unfreiwillig. Seit Jahren missbrauchen Betrüger sein Gesicht, um gefälschte Produkte zu bewerben. Am 28. Juni 2026 sagte Riedl der Berliner Morgenpost: "Für mich unerträglich."
Wie die Fake-Werbung mit Matthias Riedl funktioniert
Angefangen hat es mit Fotos. Heute setzen die Betrüger KI-Deepfakes ein: echte Interviewausschnitte mit Riedl werden mit gefälschten Tonspuren überblendet, die Lippenbewegungen per Software angepasst. In den Videos scheint er Schlankheitsmittel, Diabetes-Präparate und andere Mittelchen zu empfehlen — alles erfunden.
Matthias Riedl ist nicht der einzige Betroffene. Auch Eckart von Hirschhausen und die Ärztin Julia Fischer tauchen regelmäßig in solchen Spots auf. Am 18. Juni 2026 widmeten ARD und WDR der Masche eine eigene Dokumentation: "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia".
Wer die Anzeigen zu sehen bekommt
Die Spots erscheinen in News-Apps, auf Facebook und Instagram. Ihre Zielgruppe: ältere Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Herzproblemen. Matthias Riedl erreicht als Ernährungs-Doc beim NDR seit 2014 ein Millionenpublikum — genau diese Bekanntheit macht ihn zum Ziel.
Die Masche läuft seit drei bis vier Jahren und wird aufwendiger. Frühere Versionen wirkten noch grob; neuere Deepfakes sind für Laien kaum noch von echten Interviews zu unterscheiden.
Wie man die Spots erkennt und meldet
Echte Ärzte empfehlen keine Produkte über Instagram-Reels oder Facebook-Anzeigen. Wer eine Riedl-Anzeige für ein Produkt sieht, sollte sofort misstrauisch werden. Eine kurze Google-Suche mit Name und Produktbezeichnung findet fast immer einen Warnhinweis der Verbraucherzentrale oder von Mimikama.
Verdächtige Anzeigen lassen sich direkt bei Meta über das Drei-Punkte-Menü melden. Die Verbraucherzentrale NRW nimmt Hinweise unter verbraucherzentrale.nrw entgegen.






