Young Surgery Network und Subspezialitäten-Bündelung
Das Young Surgery Network ist eines der konkretesten PFJC-Produkte. Es gibt Assistenzärzt:innen die Möglichkeit, unkompliziert Mentor:innen zu finden, um Einblicke in die klinische Praxis zu erhalten — auch außerhalb des eigenen Hauses, auch in andere Subspezialitäten hinein.
Die zweite zentrale Funktion ist die Bündelung der Subspezialitäten-Jungen-Foren. Wer in der Viszeralchirurgie unterwegs ist, ist über die CAJC in der DGAV organisiert. Wer in der O&U arbeitet, geht zum Jungen Forum der DGOU. Aber wenn es um fachübergreifende Themen geht — Weiterbildungsreform, politische Vertretung, Geschlechterverhältnis in chirurgischen Leitungspositionen — ist das PFJC der gemeinsame Ort.
Mitgliedschaft & Aufnahme
Das PFJC hat keinen separaten Mitgliedsbeitrag. Wer mitarbeiten will, kommt typischerweise über zwei Wege:
Entweder über die DGCH-Mitgliedschaft direkt (Antrag über dgch.de) oder über die Subspezialitäten-Foren (CAJC, Junges Forum O&U, weitere), die ihre Vertreter:innen in das PFJC entsenden. Wer Interesse an aktiver Mitarbeit hat, schreibt das PFJC unter pfjc@dgch.de an.
Für reine Teilnahme an PFJC-Sessions auf dem DCK ist allein die Kongress-Anmeldung nötig. Für DGCH-Mitglieder ist der Kongresszugang vergünstigt; für Assistenzärzt:innen gibt es weitere Ermäßigungen.
Was das für Mediziner-Singles bedeutet
Chirurgie ist in Deutschland weiterhin ein anspruchsvolles Berufsbild mit langen Wochen, Schichten und intensiver OP-Tätigkeit. Die Beziehungs-Stressfaktoren sind hoch — wer eine Partnerin oder einen Partner sucht, die den chirurgischen Alltag versteht, hat einen klaren strategischen Vorteil, wenn er sich in einem chirurgischen Umfeld bewegt.
Der DCK mit seinen PFJC-Sessions ist die einzige Veranstaltung, auf der der gesamte chirurgische Nachwuchs Deutschlands an einem Ort versammelt ist. Wer dort drei oder vier Jahre in Folge auftaucht, hat einen Großteil der gleichaltrigen Chirurg:innen aus allen Subspezialitäten persönlich kennengelernt. Das Geschlechterverhältnis ist im Wandel — der Frauenanteil im chirurgischen Nachwuchs steigt deutlich, in vielen Subspezialitäten ist das Junge Forum schon nahezu paritätisch.
Wer ergänzend zum DCK regelmäßige regionale Anker sucht, findet im Mediziner-Stammtisch-Verzeichnis lokale Treffen. Für die viszeralchirurgische Subspezialität siehe auch CAJC der DGAV.
Wie du dich anschließen kannst
Drei Schritte:
- DGCH-Mitgliedschaft beantragen — oder Mitgliedschaft im Subspezialitäten-Jungen-Forum (CAJC, Junges Forum O&U, weitere).
- DCK-Termin in den Kalender. Der Deutsche Chirurgie Kongress ist der einzige Pflichttermin für aktive PFJC-Arbeit.
- Kontakt aufnehmen. Mail an pfjc@dgch.de mit kurzem Hintergrund — Klinik, Subspezialität, Karrierephase, Themeninteresse.
Wer Mentor:in oder Mentee im Young Surgery Network werden will, meldet sich ebenfalls über die DGCH/PFJC-Wege. Inhaltliche Vorschläge — Workshop, Karriere-Reihe, Position zur Weiterbildung — laufen über die gleiche Adresse.
Weiterbildungspolitik: Wo das PFJC strukturell wirkt
Die chirurgische Weiterbildung in Deutschland ist seit Jahren in Bewegung. Neue Musterweiterbildungsordnungen, Diskussionen um OP-Zahlen, die Frage nach strukturierten Curricula statt informeller Lerngelegenheiten — all das betrifft den chirurgischen Nachwuchs direkt. Das PFJC vertritt diese Perspektive gegenüber Kammern, der Bundesärztekammer, den Landesärztekammern und politischen Gremien.
Eine zentrale Datenquelle für die PFJC-Arbeit ist die gemeinsame Assistentenumfrage, die das PFJC zusammen mit dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) durchführt. Sie liefert empirisches Material zur tatsächlichen Weiterbildungsrealität — Arbeitszeiten, Eingriffszahlen, Familienverträglichkeit, Quereinstiege, Klinikwechsel. Aus den Ergebnissen entstehen Positionspapiere und konkrete Forderungen an die Weiterbildungs-Strukturen.
Subspezialitäten-Landschaft im Überblick
Die Chirurgie ist in Deutschland in mehrere große Fachgesellschaften aufgeteilt. Neben der DGAV (Allgemein- und Viszeralchirurgie) mit der CAJC sind dies vor allem die DGOU (Orthopädie und Unfallchirurgie) mit ihrem Jungen Forum O&U, die DGG (Gefäßchirurgie), die DGT (Thoraxchirurgie), die DGTHG (Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie), die DGKCH (Kinderchirurgie) und die DGPRÄC (Plastische Chirurgie). Jedes dieser Fächer hat eine eigene Nachwuchsstruktur, jede mit unterschiedlicher Reife und unterschiedlichem Format.
Das PFJC ist die einzige Struktur, die diese Subspezialitäten zusammenbringt. Wer chirurgisch noch nicht festgelegt ist — etwa als Studierende:r oder im PJ — findet hier den breitesten Überblick über die Berufsbilder. Wer schon festgelegt ist, nutzt das PFJC für fachübergreifende Themen und das eigene Subspezialitäten-Forum für die fachliche Tiefe. Beide Wege funktionieren parallel.
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