Ernährungs-Doc Matthias Riedl erklärt, was bei Reiseübelkeit wirklich hilft — und die Antwort kommt aus der Küche, nicht aus der Apotheke. Am 21. Juni 2026 veröffentlichte das Hamburger Abendblatt seine praktischen Tipps zur Vorbeugung von Kinetose durch Ernährung.
Was Matthias Riedl bei Reiseübelkeit empfiehlt
Der Kern ist einfach: vor und während der Reise leicht essen, ausreichend Wasser trinken, Alkohol meiden und auf fette oder stark gewürzte Mahlzeiten verzichten. Matthias Riedl erklärt, dass ein schwer beladener Magen die Symptome von Reiseübelkeit verstärkt. Wer mit schwerem Essen im Magen reist, reagiert empfindlicher auf die Bewegungsreize im Fahrzeug oder Flugzeug.
Ingwer ist ein weiterer Tipp, den Riedl nennt. Der Wirkstoff Gingerol gilt in der Ernährungsmedizin als gut untersucht bei Übelkeit — nicht so stark wie Dimenhydrinat, aber nebenwirkungsarm. Ingwertee oder Ingwerkapseln können das Brechzentrum im Gehirn beruhigen.
Was man besser lassen sollte
Alkohol entzieht dem Körper Wasser und belastet das Gleichgewichtssystem zusätzlich. Fette oder stark gewürzte Mahlzeiten kurz vor Reiseantritt verzögern die Magenentleerung und erhöhen das Risiko für Übelkeit. Matthias Riedl empfiehlt stattdessen: Banane, Zwieback, gedünstetes Gemüse — alles, was leicht verdaulich ist.
Reiseübelkeit aus Ernährungsmedizin-Sicht
Kinetose entsteht, wenn Gleichgewichtsorgan, Augen und Muskelwahrnehmung widersprüchliche Signale ans Gehirn senden. Ernährung kann diesen Konflikt nicht auflösen, beeinflusst aber, wie empfindlich das Gehirn auf diese Signale reagiert. Ein leerer oder stark gefüllter Magen macht die Reaktion heftiger.
Matthias Riedl arbeitet als Internist und Diabetologe am medicum Hamburg. Seine Rolle als Ernährungs-Doc beim NDR bringt solche Inhalte seit 2014 in ein breites Publikum abseits der Klinik.






